Wirtschaft | Karriere
09.12.2017

Beruflich unterwegs? Gurte Reise

Geschäftlich zu verreisen ist oft eine Nervenprobe. Warum es die Jungen ungern tun, was Business-Reisende am meisten nervt und wie wir es uns in Zukunft versüßen können.

Geschäftlich zu verreisen ist oft eine Nervenprobe – und wird erst mit viel Routine besser erträglich. Schon beim Schlafengehen rumort es im Kopf: Hoffentlich höre ich den Wecker um 4 Uhr, kommt das bestellte Taxi rechtzeitig, hat der Flieger keine Verspätung, landet bei Turbulenzen kein Saft auf dem Hemd.

Eine Online-Umfrage der Austria Business Travel Association unter heimischen Travelmanagern hat nun gezeigt, was sie beim Buchen von Geschäftsreisen für ihre Mitarbeiter am meisten nervt: Flugausfälle. Auf den Plätzen dahinter landen Airline-Insolvenzen und Pilotenstreiks – weil dann kostspielig umgebucht werden muss. Die betroffenen Business-Reisenden selbst ärgern sich am meisten über Handgepäck-Chaos in den engen Flieger-Gängen, auch teure Taxis am Flughafen kritisieren sie. Endlich am Zielort angekommen, kann ihre Laune durch laute und nicht abstellbare Klimaanlagen im Hotelzimmer noch schlechter werden.

Die Sorgen

Es gibt sie – die Menschen, die bei Turbulenzen in 10.000 Metern Höhe nicht einmal mit der Wimper zucken. Und dann gibt es die Millennials. Sie sorgen sich massiv um ihre Sicherheit bei Geschäftsreisen. So sehr, dass ein Drittel der 24 bis 34-Jährigen aufgrund von Sicherheitsbedenken sogar schon einmal einen Geschäftstermine abgesagt hat. Ältere Dienstreisende sind entspannter. Am wenigsten lassen sich jene über 50 aus der Ruhe bringen – nur zwölf Prozent von ihnen haben in ihrem ganzen Geschäftsleben einen Termin aufgrund von Sicherheitsbedenken unterwegs abgesagt. Das zeigen Daten der Connected Traveler Study des Geschäftsreisedienstleister Carlson Wagonlit Travel, für die 1900 geschäftlich Reisende aus 16 Ländern befragt wurden.

Vielleicht gehören die Jungen gerade deshalb zur Gruppe der Dienstreisenden, die am meisten Kontakt zu anderen Reisenden sucht, um am ehesten auch mit anderen Geschäftsreisenden unterwegs ist.

Die Zukunft

Wenn die Arbeitswelt einer Digitalisierung unterliegt, tut es auch das geschäftliche Reisen, sind sich die Trendforschung Trendwolves und der Koffer-Hersteller Samsonite sicher. In ihrer neuen Studie Travel Trends werfen sie einen Blick in die Zukunft der Dienstreisen und sehen dort zwei große Veränderungen: Augmented Reality und virtuelles Reisen werden in Büros Einzug halten – man wird zu Terminen nicht mehr fliegen müssen, sondern Geschäftspartner und Kunden in einem virtuellen, neutralen Besprechungsraum treffen. Die zweite Veränderung: Verreist man einmal doch persönlich geschäftlich, wird man die Job-Termine zunehmend mit Vergnügen verknüpfen. Solche Modelle heißen Bleisure (setzt sich zusammen aus Business und Leisure, also Freizeit) oder Workation (heißt Work und Vacation, Arbeit und Urlaub) und bedeuten, dass man an geschäftliche Termine etwa noch ein privates Wochenende dranhängt oder nach Bali fliegt, um dort zu arbeiten.