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Wirtschaft Karriere
10/22/2021

Bei welchen Fragen ist Lügen erlaubt? Do´s und Dont´s im Vorstellungsgespräch

Was trägt man beim Bewerbungsgespräch, welche Forderungen darf man stellen und wann ist Flunkern in Ordnung? Tipps, wie das Bewerbungsgespräch erfolgreich wird.

von Theresa Kopper

Do´s

Pünktlichkeit muss sein

Beim Vorstellungsgespräch zählt vor allem der erste Eindruck. Wer zu spät kommt, hat meistens schon verloren. Sollten Sie einen langen Anfahrtsweg haben, rechnen Sie genug Zeit ein, um trotz eventuellen Staus oder Öffi-Ausfällen rechtzeitig und vor allem nicht gestresst vor Ort zu sein.

Und beachten Sie: Zu früh kommen ist genauso schlecht. Damit setzen Sie Ihren Gesprächspartner eventuell unter Druck, was ebenfalls keinen positiven Eindruck hinterlässt. Am besten sind fünf Minuten vor dem Termin zu erscheinen.

Bitte keine Panik

Klar, man kann sich angenehmere Situationen als Bewerbungsgespräche vorstellen. Doch bitte keine Panik, das nervöse Spielen mit Stiften oder sich ständig in die Haare fassen, kommt nicht gut. Atmen Sie lieber ein paar Mal tief durch, stellen sie beide Beine fest auf den Boden und denken Sie daran: Man hat Sie eingeladen, weil man Sie im Unternehmen haben möchte. Somit haben Sie schon einmal einen großen Vorteil.

Gute Vorbereitung ist das Um und Auf

Das Vorstellungsgespräch beginnt nicht erst beim Firmeneingang. Sobald Sie Ihre Bewerbung losgeschickt, spätestens aber, wenn Sie eine Einladung zum ersten Kennenlernen haben, sollten Sie mehr über das jeweilige Unternehmen herausfinden: Was gefällt Ihnen besonders daran? Wo sehen Sie sich am neuen Arbeitsplatz?

Je besser Sie sich vorbereiten, umso leichter kommen Sie in einen Redefluss und Unsicherheit und Nervosität haben keine Chance.

Kleiner Tipp: Üben Sie das Vorstellungsgespräch zu Hause vor dem Spiegel. Das kann das Selbstbewusstsein ebenfalls stärken.

Setzen Sie auf die Wahrheit

Ehrlichkeit währt am längsten, das gilt natürlich auch für das Vorstellungsgespräch. Doch ist ein wenig bluffen erlaubt? Ja und nein. Arbeitserfahrungen anzugeben, die man nicht hat, Ausbildungen zu erfinden, die nicht absolviert wurden oder Kompetenzen anführen, über die man nicht verfügt, ist nicht nur dreist, diese Lügen können auch im Arbeitsalltag schnell aufgedeckt werden.

Aber machen wir uns nichts vor, ein Bewerbungsgespräch dient auch der Selbstpräsentation, sich ein bisschen besser darzustellen, als man vielleicht ist, sehen viele als vertretbar. Vergessen sollte man dabei aber nicht: Auf lange Sicht fährt man mit der Wahrheit am besten.

Wenn es um die Wahrheit geht, müssen sich aber auch Arbeitgeber an einige Regeln halten. Kommt der Arbeitgeber in spe mit allzu neugierigen Fragen, die Ihr Privatleben betreffen, auf Sie zu, müssen Sie nicht antworten. In diesem Fall ist eine Lüge als Notwehr erlaubt. Dazu zählen beispielsweise Fragen zu Familienstand, sexueller Neigung oder auch Fragen zu Religion und Konfession.

Dont´s

Zum Gespräch im T-Shirt

Die Frage des richtigen Outfits mag banal klingen, für den ersten Eindruck beim potenziellen Chef ist sie aber enorm wichtig. Haben Sie dabei immer im Hinterkopf: Für welche Stelle haben Sie sich beworben? Und wie kleidet man sich in dieser Position? Auch wenn es sich bei Ihrem neuem Arbeitgeber vielleicht um ein Start-up handelt und der Chef Ihnen in T-Shirt und Jeans gegenübersitzt, kann ein Hemd oder Blazer beim Bewerbungsgespräch nicht schaden. Und wichtig: Suchen Sie ein Outfit, in dem Sie sich auch wohl fühlen.

Forderungen stellen

Verhandlungsgeschick will gelernt sein. Natürlich sollten Sie Ihre Verdienstmöglichkeiten im Job kennen, um das Durchschnittgehalt Bescheid wissen und Ihre Leistungen entsprechend nicht darunter zusichern. Was allerdings die Größe des Dienstwagens, die Zahl der Urlaubstage oder Überstundenvergütung angeht, sollten Sie sich lieber dem Verlauf des Gesprächs beugen. Wer bei diesen heiklen Fragen den falschen Ton erwischt, riskiert viel.

Arroganter Auftritt

Der Faden zwischen Selbstsicherheit und Arroganz ist manchmal dünn. Strahlen Sie Selbstsicherheit und Authentizität aus, tragen Sie aber nicht zu dick auf.

Sich in seinen Schwächen verlieren

Die Frage nach den Stärken und Schwächen kommt so gut wie in jedem Bewerbungsgespräch. Bei Letzteren bewährt sich meist die Faustformel: Ehrlichkeit gepaart mit gutem Vorsatz.

Heißt konkret: Geben Sie Schwächen zu und erklären Sie sofort, wie Sie mit diesem konstruktiv umgehen. So lassen sich diese nicht nur positiv darstellen, sondern beweisen auch Lernwille und Lernfähigkeit. Und bitte nennen Sie nie relevante Schwächen: Eine Krankenschwester, die ungeduldig ist oder ein Kundenberater, der gerne andere belehrt, kommen nicht gut an.

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