Schwimmbad- und Wellnesskomplex "Kärnten Therme".

© KärntenTherme Warmbad-Villach

Zwei konkrete Angebote
09/07/2016

"Kärnten Therme" in Villach: Pächter bleibt

Laut Villachs Bürgermeister war bisheriger Pächter eindeutiger Bestbieter bei Neuausschreibung.

Das europaweite Vergabeverfahren für die Neuausschreibung der Villacher "Kärnten Therme" ist abgeschlossen. Laut Villachs Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) war der bisherige Pächter, die Warmbader Kärnten Therme Betriebs GmbH, Bestbieter und bleibt Betreiber. Ein neuer Pachtvertrag wird kommende Woche abgeschlossen.

Zwei konkrete Angebote

Es habe sechs Interessenten und zwei konkrete Angebote gegeben, sagte Albel vor Journalisten. Die Kärnten Therme Betriebs GmbH habe als einzige sämtliche rechtlich geforderten Unterlagen vorgelegt und sei daher zum Zug gekommen.

Der bisherige Betreiber war im Frühjahr dieses Jahres finanziell unter Druck geraten, weil die Pacht von gut 900.000 Euro jährlich nicht erwirtschaftet werden konnte. Die Stadt sprang quasi als Pächter ein, ein direkter Pacht-Nachlass war laut Albel nicht möglich, weil sonst eine Steuerrückzahlung von etwa 9,6 Mio. Euro fällig geworden wäre. De facto bleibt alles wie es ist, nur dass der Betreiber jetzt eine deutlich niedrigere Pacht zahlen muss, der Nachlass wurde im Frühjahr mit 275.000 Euro jährlich bis 2032 beziffert. Für die Stadt bedeutet das bis zum Jahr 2032 Mindereinnahmen von rund 4,5 Mio. Euro.

54 Prozent gehören Villach, 34 Prozent Kärnten

Der Schwimmbad- und Wellnesskomplex "Kärnten Therme" gehört zu knapp 54 Prozent der Stadt Villach, weitere Beteiligte sind das Land Kärnten (34 Prozent) und die Betriebsgesellschaft, eine Tochtergesellschaft des angrenzenden Kurhotels. Die Betriebsgesellschaft wies laut Firmenbuch in der Bilanz zum 31.12.2014 ein negatives Eigenkapital von 4,4 Millionen Euro aus. Eine Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechts lag aber wegen einer Patronatserklärung der Muttergesellschaft nicht vor. Der 2012 eröffnete Bau hatte rund 47 Millionen Euro gekostet, knapp 41 Millionen kamen aus öffentlichen Töpfen.