Wirtschaft
05.12.2011

Julius Meinl beschäftigt Londoner Justiz

Ein ehemaliger britischer Chauffeur des österreichischen Bankers erhebt Anspruch auf einen maßgefertigten Bentley.

Julius Meinl muss sich wieder einmal mit einem Gerichtstermin herumärgern. Ein ehemaliger britischer Chauffeur des österreichischen Bankers erhebt Anspruch auf einen maßgefertigten Bentley im Wert von 200.000 Pfund (223.664 Euro), berichtet die Tageszeitung Der Standard (Montagausgabe). Nach einer ersten Anhörung habe ein Richter verfügt, dass der Anspruch des ehemaligen Angestellten nicht grundlos sei. Zu einem späteren Zeitpunkt soll am Londoner High Court über die Rechtmäßigkeit der Forderung entschieden werden.

Bhezad Roshandel, der für Meinl 25 Jahre lang als Chauffeur gearbeitet habe, behaupte dass die Limousine aufgrund einer auf 2009 datierten Vereinbarung ihm gehöre, Meinl bestreite dies, berichtet die Zeitung.

Im Eigentum Meinls

Der Bentley gehöre der Bank und sei dauerhaft an ein britisches Leihwagenunternehmen verliehen worden, so die Meinl Bank zur Zeitung. Das Unternehmen habe auch den Chauffeurdienst aufgestellt, wann immer Meinl in London war und diesen Service in Anspruch genommen habe. Der Bentley sei immer im Eigentum Meinls gestanden und nie an das Unternehmen oder den Chauffeur übertragen worden. Nachdem es keine offenen Rechnungen seitens Meinls gebe, verstehe man nicht, warum das Fahrzeug nicht zurückgegeben werde.

Am Montagnachmittag bekräftigte ein Sprecher der Bank, dass Julius Meinl nicht Partei in dem Rechtsstreit um einen Bentley sei. Meinl "persönlich" habe keinen einschlägigen Gerichtstermin. Parteienstellung habe vielmehr eine britische Leasinggesellschaft der Bank. Den Wert der acht Jahre alten Limousine beziffert die Bank heute mit rund 50.000 Euro.