Deckelung der Ölförderung reicht nicht gegen Überversorgung, sagen Experten

© APA/AFP/GETTY IMAGES/SPENCER PLATT

OPEC
02/23/2016

Iran: Deckelung der Ölproduktion "lustiger Witz"

Auf dem Ölmarkt herrscht tiefe Uneinigkeit, wie dem Preisverfall beizukommen ist.

Der Iran lehnt eine Begrenzung seiner Ölproduktion ab. "Einige Nachbarstaaten" hätten ihre Produktion in den vergangenen Jahren auf zehn Millionen Barrel Öl ausgeweitet und exportierten diese Menge auch, sagte der iranische Ölminister Bidschan Sanganeh laut der amtlichen Nachrichtenagentur Isna am Dienstag. Dass diese ihre Produktion bei zehn und der Iran bei einer Million Barrel pro Tag einfrieren sollten, sei "ein sehr lustiger Witz".

Angesichts der niedrigen Ölpreise hatten sich Russland, Saudi-Arabien, Katar und Venezuela in der vergangenen Woche bereit erklärt, ihre Förderung auf dem Stand von Jänner einzufrieren. Sie machten jedoch zur Bedingung, dass auch andere Produzenten mitziehen.

Der Iran verfügt über das weltweit zweitgrößte Vorkommen an Öl. Nach der Aufhebung der westlichen Sanktionen hatte das Land Mitte Jänner angekündigt, seine Ölproduktion auszuweiten. Der Iran wirft Saudi-Arabien vor, während der Zeit der Strafmaßnahmen seine Ölproduktion hochgefahren und seinen Marktanteil vergrößert zu haben.

Saudi-Arabien schließt Kürzungen aus

Saudi-Arabiens Ölminister Ali Al-Naimi schloss einen baldigen Rückgang der Fördermengen am Dienstag erneut aus. Er gehe zwar davon aus, dass sich weitere Staaten dem Plan zur Deckelung anschließen werden, sagte Naimi am Dienstag auf einer Fachkonferenz im texanischen Houston. "Aber wir setzen nicht auf Kürzungen, weil das Vertrauen dafür fehlt."

Nach Naimis Äußerungen fiel der Preis für die Sorte Brent um mehr als vier Prozent und belastete auch die Aktienmärkte. Gegenwärtig werden zwischen einer und zwei Millionen Barrel pro Tag (bpd) mehr produziert als verbraucht werden. Der Öl-Preis ist seit Mitte 2014 um 70 Prozent gesunken.

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