Insolvenzverwalter: Chefetage von Wirecard soll Millionen zahlen

Insolvenzverwalter: Chefetage von Wirecard soll Millionen zahlen
Der Verwalter sieht persönliche Haftung wegen Pflichtverletzungen in der Skandalfirma.

Das Landgericht München verhandelt am Donnerstag über eine Zivilklage des Wirecard-Insolvenzverwalters gegen Ex-Vorstandschef Markus Braun sowie weitere Ex-Vorstände und -Aufsichtsräte.

Der seit Sommer 2020 mit der Sicherung der Wirecard-Vermögenswerte beschäftigte Insolvenzverwalter Michael Jaffé wirft der einstigen Führungsriege des Konzerns vor, ihre Pflichten verletzt zu haben. Deswegen will der Anwalt die Manager persönlich für die immensen Verluste haftbar machen.

Knackpunkt Darlehen

Dabei geht es besonders um 140 Mio. Euro Darlehen, die der Wirecard-Vorstand wenige Monate vor der Pleite einem Partnerunternehmen namens OCAP gewährt und der Aufsichtsrat abgesegnet hatte. Da sogar die hauseigene Wirecard-Bank wegen fehlender Sicherheiten gegen die Kreditvergabe war, hätten Vorstände und Aufsichtsräte nicht zustimmen dürfen - so jedenfalls die Argumentation des Insolvenzverwalters.

Dieses Zivilverfahren läuft parallel zu dem im Dezember 2022 eröffneten Strafprozess. Anders als im Strafprozess muss Braun bei Zivilverfahren nicht persönlich erscheinen. Der österreichische Manager weist sämtliche Vorwürfe zurück.

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