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Wirtschaft
03/11/2020

Nach Insolvenz: Entschädigung aller Thomas-Cook-Fälle bis Juni

110.000 Fälle bei Insolvenzverwaltern - Versicherer übernimmt nicht alles.

Die Zurich-Versicherung will bis Juni alle Kunden des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook entschädigt haben. Derzeit laufen noch "aufwendige Einzelprüfungen" ausstehender Fälle, wie Zurich der Welt (Mittwochsausgabe) mitteilte. "Wir verfolgen aber das Ziel, bis Juni auch alle manuell zu bearbeitenden Einzelfälle zu regulieren."

Das Verfahren habe sich unter anderem verzögert, da in etwa jedem zehnten Fall einem Kundenanspruch keine entsprechende Buchungsnummer zuzuordnen sei. "Weitere 35.000 Fälle können wegen inkorrekter Kontonummern nicht angewiesen werden oder erweisen sich als Doppelerfassungen", erklärte der Versicherer.

Die deutsche Thomas Cook war durch die Pleite des britischen Mutterkonzerns ebenfalls in die Krise gerutscht und hatte Ende September Insolvenz angemeldet. 140.000 Urlauber wurden davon im Urlaub überrascht. Sie wurden nach Hause gebracht, dafür zahlte Zurich 59,6 Millionen Euro.

Da die Haftung für den Kundengeldabsicherer von Thomas Cook pro Geschäftsjahr gesetzlich auf 110 Millionen Euro begrenzt ist, kann Zurich nach eigenen Angaben nicht für alle geltend gemachten Ansprüche aufkommen. Die Bundesregierung hatte angekündigt, einspringen zu wollen und für eine komplette Entschädigung aller Betroffenen zu sorgen. Wie die Welt berichtete, erfassten die Insolvenzverwalter bisher die Ansprüche von rund 110.000 Reisenden.

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