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Österreichs Leitbetriebe wollen Gütesiegel für digitale Souveränität

Sieben österreichische Leitbetriebe, darunter A1, die Erste Bank und Spar, wollen die technologische Unabhängigkeit stärken.
Computer technician fixing a network server at the office

Zusammenfassung

  • Sieben österreichische Leitbetriebe, darunter A1, Erste Bank und Spar, haben eine Initiative gestartet, um Österreich digital souveräner, innovativer und resilienter zu machen.
  • Die Initiative warnt vor der starken Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern bei Betriebssystemen, Cloud und KI und fordert mehr Investitionen in Infrastruktur, Kompetenzen und europäische Lösungen.
  • Vorgeschlagen werden ein Gütesiegel für souveräne digitale Lösungen sowie digitale Souveränität als Kriterium bei öffentlichen Ausschreibungen und in kritischen Anwendungen.

Bei Energie und der Verteidigung habe man erkannt, dass Abhängigkeiten ein Risiko darstellen. Für das Digitale gelte das genauso, sagt Thomas Arnoldner, stellvertretender Vorstandschef bei A1. Gemeinsam mit sechs anderen österreichischen Leitbetrieben hat der Mobilfunkmarktführer eine Initiative für digitale Souveränität gestartet. 

Heute sei man bei Betriebssystemen, Cloud und KI stark von außereuropäischen Anbietern abhängig. Ziel sei es, Österreich technologisch unabhängiger, innovativer und resilienter zu machen, hieß es am Dienstag bei der Vorstellung des Bündnisses. Neben A1 gehören der Initiative auch der IT-Dienstleister Anexia, die Erste Bank, der Automatisierungsspezialist Keba, der Lebensmittelkonzern Spar, der Baukonzern Umdasch Group und die Vienna Insurance Group an. Das Thema betreffe die gesamte Wirtschaft. Die teilnehmenden Unternehmen sollen die Breite veranschaulichen, sagte Arnoldner. 

Wahlfreiheit und Alternativen 

Es gehe nicht um Abschottung, sondern um Wahlfreiheit und Alternativen, betonte Arnoldner. Es brauche Investitionen in die digitale Infrastruktur, digitale Kompetenzen und die Entwicklung eigener europäischer Lösungen.  

Profitieren soll davon auch die Wettbewerbsfähigkeit, heißt es: Europäische Technologie werde dadurch auch weltweit konkurrenzfähiger und damit auch exportierbar. 

PK DIGITALOFFENSIVE ÖSTERREICH (DOÖ) "BILANZ ÜBER 10 JAHRE INFRASTRUKTURINVESTITIONEN": ARNOLDNER

A1 Deputy CEO Thomas Arnoldner

Gütesiegel und Kriterium für Ausschreibungen

Angeregt wurde auch ein Gütesiegel für souveräne Lösungen. Es brauche klare, überprüfbare Kriterien, sagte Keba-Chef Christoph Knogler. Umfassen könnte es den Standort, wo die Daten gespeichert werden, Betreiber und Infrastruktur, den zugrunde liegenden Rechtsraum und den Grad der technischen Souveränität. 

Knogler sprach sich auch dafür aus, digitale Souveränität als Kriterium für Ausschreibungen in der Verwaltung und kritische Anwendungen in der öffentlichen Beschaffung festzulegen. 

Europa sei nicht von heute auf morgen von ausländischen Anbietern abhängig geworden und werde auch nicht so schnell souverän werden, sagte Anexia-Chef Alexander Windbichler. Er sprach von zielgerichteten kleinen Schritten. Es gehe um ein starkes Europa mit starken Anbietern, die mit internationalen Partnern auf Augenhöhe agieren. 

Impulsgeber

Die Initiative versteht sich als Impulsgeber. Ihr am Dienstag präsentiertes Positionspapier will sie in den gesellschaftlichen Dialog mit Wirtschaft und Wissenschaft einbringen. Auch Diskussionsveranstaltungen zu dem Thema sollen folgen. 

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