ÖGK-Obmann Andreas Huss

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Wirtschaft
11/11/2020

Impfung: Das lange Warten hat ein baldiges Ende

ÖGK-Obmann Andreas Huss hofft auf eine Impfrate von 50 Prozent und versichert, es werde beim Impfstoff keinen Engpass geben.

von Michael Bachner

Spätestens im ersten Quartal 2021 werde es einen Impfstoff für Corona-Risikogruppen in Österreich geben, sagt Andreas Huss, Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zum KURIER. Es könnte mit ersten Tranchen sogar schneller gehen, also bereits im Dezember. Das hänge jetzt allein von der Dauer der EU-weiten Zulassung ab, so Huss.

Zunächst werde es um die Altersgruppe 65 plus, die Jüngeren mit Vorerkrankungen sowie um das Personal im Gesundheitsbereich gehen müssen, umreißt er seine Definition von „Risikogruppen“. Huss: „Die ersten Impfdosen dürfen nicht nach dem Zufallsprinzip vergeben werden.“ Auch sei noch das Ergebnis von Simulationsberechnungen abzuwarten, die zeigen sollen, in welchen Bevölkerungsteilen die größte Wirkung im Sinne einer Immunisierung zu erzielen sei.

Zum gesamten Themenkomplex „Impfung“ werde es jetzt schnellstmöglich eine Arbeitsgruppe zwischen Gesundheitsministerium, Sozialversicherung und den Ländern geben, sagt der ÖGK-Obmann.

In Summe 200 Millionen Euro hat die Regierung für den Ankauf des Impfstoffes reserviert. Huss ist überzeugt, dass nach den Risikogruppen auch jeder Bürger, der sich impfen lassen will, bis Sommer 2021 – allerspätestens bis zum dritten Quartal 2021 – geimpft werden kann. Es seien von der EU ausreichende Mengen (bis zu 300 Millionen Impfdosen, Anm.) reserviert worden, auch wenn beim Einzelnen letztlich unterschiedliche Tranchen von unterschiedlichen Herstellern ankommen werden.

Huss sagt: „Wir leben in einem relativ impffeindlichen Land. Bei der Influenza, an der jedes Jahr zwischen 2000 und 4000 Menschen sterben, haben wir bisher eine Impfrate von acht Prozent. Vielleicht kommen wir heuer auf 20 Prozent. Bei Corona ist eine Impfrate von 20 bis 30 Prozent realistisch. Wenn wir hier eine Impfrate von 50 Prozent schaffen, wäre das super. Für mehr habe ich keine Hoffnung. Das heißt im Umkehrschluss, dass wir beim Covid-Impfstoff sicher keinen Engpass sehen werden.“

Hoffnung auf eine schnelle Corona-Impfung machte am Montag der Abschluss der Phase-III-Studie beim deutsch-amerikanischen Hersteller Pfizer/Biontech. Aber auch die Arbeiten dreier anderer Hersteller – AstraZeneca, Johnson&Johnson sowie Sanofi-Aventis – seien schon sehr weit fortgeschritten. Auch hier sei in den nächsten Tagen mit guten Nachrichten zu rechnen, sagt Huss, vormals Obmann der Salzburger Gebietskrankenkasse.

Eine logistische Herausforderung bleibt die Impfstoff-Verteilung. Wie bringt man die Impfung zu den Menschen? Nicht alle können einen Arzt aufsuchen, die Ärzte müssen auch in die Schulen, Betriebe und Pflegeheime, um rasch die gesamte Bevölkerung zu erreichen, sagt Huss. Daher gibt es die Debatte, ob z. B. nicht auch Alten- und Krankenpfleger impfen sollen dürfen. Huss wäre dafür zu haben, Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat sich aber dafür ausgesprochen, dass das Impfen ausschließlich den Ärzten vorbehalten bleiben soll.

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