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Wirtschaft Immobiz
11/30/2021

Schnitzstube in Wien: Meditatives Arbeiten mit Holz

In der Schnitzstube von Franz und Andrea Stadlhofer lässt sich nicht nur das Kunsthandwerk erlernen: Die präzise Arbeit mit Holz wirkt für Anfänger wie Profis zudem meditativ.

von Nicole Zametter

Ein bisschen romantisch ist die Geschichte, die zur Schnitzstube von Franz Stadlhofer in der Wiener Töpfelgasse geführt hat: Als er vor über zehn Jahren in seiner Kursteilnehmerin Andrea die Leidenschaft für das traditionsreiche Handwerk geweckt hat, entstand eine Beziehung, die beider Leben verändert hat. Der Steirer zog nach Wien und die damals im Personalbereich eines großen Unternehmens tätige Andrea machte ihr neu gewonnenes Hobby zum Beruf. Seit 2017 betreiben die beiden nun gemeinsam eine moderne Schnitzstube in der Hauptstadt. Und begeistern seither zahlreiche Menschen jeden Alters und jeder Herkunft für das feinsinnige Handwerk.

„Die Menschen kommen zu uns, um etwas Neues zu lernen, aber auch, um etwas zu schaffen – mit den eigenen Händen. Das hat etwas sehr Meditatives. Beim Schnitzen kriegt man den Kopf frei“, beschreibt Andrea Stadlhofer, während sie mit Präzision und Routine einen winzigen Holzspan aus dem Lindenbrettchen löst. Der Weihnachtsstern, an dem sie arbeitet, wurde von ihrem Mann entworfen. Mehr als fünfzig andere Stern-Motive und über achthundert fertige Werkstücke – von Uhren über Accessoires bis zu Figuren – stehen Kursteilnehmern zur Auswahl.

Die vorgezeichneten Motive können mittels Minibügeleisen auf das Holz übertragen werden und dann muss „nur“ noch geschnitzt werden. Einmal gelernt, geht das dann auch daheim. „Es dauert schon meist einige Kurse, bis die Technik für den Kerbschnitt und später dann auch der Reliefschnitt beherrscht wird. Das braucht Geduld, aber unsere Kunden kommen immer wieder. Wir sind hier wie eine große Familie. Jeder hilft dem anderen, ganz ohne Neid“, sagt Franz Stadlhofer, der seit siebenundzwanzig Jahren das Schnitzerhandwerk lehrt. Tausende Kurse hat er seither gegeben und kann sich an jeden seiner Teilnehmer erinnern. Wie sehr diese sich einbringen, wird auch im Garten hinter der Werkstatt sichtbar. Stadlhofer: „Die Weinreben, die hier wachsen, hat ein Schüler aus der Südsteiermark gebracht. Er sagte, die brauche er, um sich hier noch heimischer zu fühlen. Und die Rosen in den Beeten stammen von einem Tiroler Schüler.“

Die „Stube“ im hübschen Biedermeier-Häuschen wird ihrem Namen aber nicht gerecht: Sechzehn moderne und helle Arbeitsplätze warten auf Schüler mit und ohne Vorkenntnis. Auch schleifen, sägen und sonstige Holzarbeiten können im voll ausgestatteten Werk-Keller erledigt werden. Der Shop mit fertigen Werkstücken und jeder Menge an Werkzeug und Arbeitsmaterial zeugt davon, dass hier ein altes Handwerk ganz wunderbar auflebt. 

Weitere Infos und Kurszeiten:

Schnitzstube Franz Stadlhofer

Töpfelgasse 7/1

1140 Wien

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