Marktanalyse: Wie leistbar ist Wohnen?

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Wie viel die Österreicher fürs Wohnen ausgeben und was ihnen als verfügbares Haushaltseinkommen bleibt, hat sich die OeNB angeschaut.

Was tut sich am Wohnungsmarkt? Das hat sich die Oesterreichische Nationalbank (OeNB), die seit Jahren die Preisentwicklung beobachtet, Anfang April angeschaut. Tatsache ist: Die Wohnungspreise sind 2017 nach einer jahrelangen Preisrallye weiter gestiegen, im Gesamtjahr 2017 um 3,8 Prozent. Während sich die Wohnungspreise in Wien zu Jahresbeginn stabilisiert haben, hat die Preisdynamik im restlichen Österreich zugenommen. Die österreichischen Haushalte geben durchschnittlich 22 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für Wohnausgaben (inklusive Wasser und Energie) aus. Das verfügbare Haushaltseinkommen ist 2017 nominell zwar um 1,7 Prozent gestiegen, unter Berücksichtigung der Inflation von 2,1 Prozent blieb den Österreichern unterm Strich aber weniger.

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Nach wie vor sind Wohnimmobilien in Wien überbewertet, derzeit um 19,7 Prozent, so das Ergebnis der Fundamentalpreisindikators der OeNB. Österreichweit liegt die Überbewertung bei 8,5 Prozent. Der Anstieg der Überbewertung hat sich 2017 allerdings nicht weiter fortgesetzt. 2017 wurde auch wieder mehr gebaut. Sowohl Wohnbauinvestitionen als auch Bauproduktion und geleistete Arbeitsstunden im Hochbau sind gestiegen, geht aus der aktuellen Immobilienmarktanalyse der OeNB hervor. Die Baubewilligungen zeigen, dass auch in den nächsten Jahren wieder mehr neue Wohnungen auf den Markt kommen – das könnte den Preisanstieg bremsen. Wie leistbar Wohnen in Österreich ist, orientiert sich an der Kaufkraft der privaten Haushalte, diese hängt von der Entwicklung des verfügbaren Haushaltseinkommens ab. Bei größeren Anschaffungen wie dem Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Einfamilienhauses spielt jedoch auch das Zinsniveau eine zentrale Rolle, da es das maximale Kreditvolumen bestimmt, das mit dem jeweiligen Haushaltseinkommen leistbar ist.

( kurier.at , ug ) Erstellt am 13.04.2018