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Selbst gemacht
04/26/2014

Heimwerker-Projekte für ein Wochenende

Öffnen Sie die Werkzeugkiste: IMMO erklärt,worauf es bei der Arbeit mit (gebrauchtem) Holz ankommt.

von Ursula Horvath

Man kann Freunde besuchen, einen Ausflug machen, eine ganze Staffel der Lieblingsserie schauen – oder einen Sessel bauen. Ein Wochenende reicht völlig aus, um aus alten Brettern, Kisten oder Paletten ein neues Möbelstück herzustellen.

Mark Griffiths stellt in seinem Ratgeber "Holz-Projekte fürs Wochenende" 20 Bauanleitungen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden vor. Wenn er nicht gerade Bücher schreibt, restauriert der britische Holzdesigner Antiquitäten und stellt maßgefertigte Stücke für Privathäuser, Hotels und Geschäftsräume auf der ganzen Welt her. Für die Stücke zum Nachmachen hat Griffiths vor allem gebrauchtes Holz verwendet. Er rät, bei Holzfachbetrieben, in Tischlereien und auf Baustellen nach Resten und Sperrholzplatten zu fragen und in Internetforen nach preiswertem Material zu suchen. Auch das Holz von alten Möbeln vom Flohmarkt oder aus dem Secondhandshop lässt sich wiederverwerten. Braucht man für ein Projekt eine bestimmte Sorte oder Größe, kommt man jedoch um den Weg zum Baumarkt oder Holzhändler nicht herum.

Wer sich auf die Suche macht, sollte wissen: Holz ist nicht gleich Holz. Aus schnell wachsenden Nadelbäumen wie Fichte oder Kiefer wird Weichholz gewonnen. Diese Sorten sind sehr harzhaltig, daher kann das Auftragen von Beize schwierig sein. Andererseits sind sie leicht zu bearbeiten und relativ günstig.

Weich und hart

Das solide, aber auch teurere Hartholz stammt von langsam wachsenden Laubbäumen wie Eiche, Esche, Buche, Pappel oder Kirsche und nimmt Beizen und Lasuren gut an. Die feste Maserung kann jedoch die Arbeit mit Nägeln und Schrauben erschweren. Ein Tipp: Wenn man das Gewinde mit etwas Wachs (von einer alten Kerze) einreibt, kann man die Schraube leichter eindrehen.

Ob Fichte oder Eiche, Mark Griffiths arbeitet am liebsten mit alten Brettern: "Wiedergewonnenes Holz ist abgelagert und hat deshalb einen stabilen Feuchtigkeitsgehalt – das macht es zum idealen Arbeitsmaterial für Ihre Projekte."Andererseits kann es sein, dass die Oberfläche mit Lasur und Farbe bearbeitet ist. Statt Schleifpapier zu verwenden, rät der Autor, diese Schichten mit Lösungs- oder Abbeizmittel zu entfernen. Er rät außerdem, immer zuerst das Stück fertigzubauen und sich erst danach um die Oberflächen zu kümmern: "So sparen Sie sich unnötige Arbeit, wie das Entfernen der Lasur an Stellen, die sowieso nicht sichtbar sein werden."

Bauen mit Paletten

Originelle Ideen für die Wiederverwertung von gebrauchtem Holz hat Aurélie Drouet in ihrem Buch "Möbel bauen aus Paletten" zusammengetragen. Planzeichnungen, Fotos, detaillierte Material-Listen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen erleichtern das Nachbauen.

Bastler und Designer haben für den Ratgeber vom Kinderbett über die Wandleuchte bis zum Küchenregal unterschiedliche Einrichtungsideen mit Paletten umgesetzt. Zwar gibt es davon unterschiedliche Arten, am häufigsten ist jedoch die klassische Europoolpalette (umgangssprachlich Europalette oder Flachpalette) mit ihrer standardisierten Größe von 1200 x 800 x144 Millimetern und einem Eigengewicht zwischen 20 und 24 Kilo.

Einige der Projekte haben M&M Designers (Martin Lévêque und Mathieu Maingourd) entwickelt. "Wir wollten Möbel entwerfen, die leicht nachzubauen, praktisch zu verwenden und klar in ihrer Form waren", sagt Martin Lévêque. Für den Sessel "Charles-Edouard" hat das Design-Duo zwei Paletten auseinandergesägt: Eine wurde für die Sitzfläche und eine Armlehne, die andere für den Rückenteil und die zweite Armlehne verwendet. Die Stücke wurden hellblau gestrichen und mithilfe von Montagewinkeln zusammengeschraubt. Besonders praktisch: Den Stauraum zwischen den Brettern kann man für Bücher und Zeitschriften nützen. Lévêque sieht jedoch auch einen Nachteil an der Arbeit mit Paletten: "Was die Bequemlichkeit angeht muss man Kompromisse finden, vor allem bei den Stühlen." Mit einem Polster aus einem Schaumstoffkissen und einem Stoffüberzug ist auch dieses Manko rasch behoben.
Die Ideen aus beiden Ratgebern können eins zu eins übernommen oder beliebig abgewandelt werden. In jedem Fall ist der Bau eines Möbelstückes der perfekte Einstieg in die Arbeit mit Holz – und eine günstige Möglichkeit, um das eigene Zuhause mit einem Unikat zu schmücken.

Mark Griffiths stellt im Ratgeber „Holz-Projekte fürs Wochenende“ 20 Ideen vor, die sich in wenigen Stunden realisieren lassen. LV-Buch, € 20,50
Aurélie Drouet hat im Buch „Möbel bauen aus Paletten“ die Vorschläge verschiedener Designer gesammelt. LV-Buch, € 18,50
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