Frisch aus dem Drucker: Möbel-Design mal anders

© Bild: Paris Tsitsos

3-D-Druck steht erst am Anfang, erste Prototypen und Kleinserien zeigen aber, was damit möglich ist.

Chaiselongue aus Beton

Entworfen vom Wiener Produktdesigner Philipp Aduatz, gedruckt vom Innsbrucker Start-up-Unternehmen incremental3d. Diese außergewöhnliche Chaiselongue (Bild oben) ist aus Beton. Mit einer neuen Technik war es dem Team möglich, sogar sehr fein aufgelöste und komplexe Formen mühelos umzusetzen. Zunächst wurde eine Basisplatte und anschließend die Liege in weniger als einer Stunde gedruckt. Bei empfindlicheren Stellen wurden Kohlenstoff-Fasern beigefügt, um die Zugfähigkeit der Liege zu gewährleisten. Die Sitzfläche ist UV-beständig. Die schöne Skulptur hat bei der diesjährigen Möbelmesse in Mailand unzählige Besucher angelockt.

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© Bild: Wilkhahn

Starker Printhocker

Der Schein trügt: Der PrintStool One von Wilkhahn, der in Zusammenarbeit mit Designer Thorsten Frank entworfen wurde, sieht filigran aus. Boden und Sitzfläche sind aber so clever verbunden, dass er bis zu 100 Kilogramm Gewicht tragen kann. Er besteht zudem zur Gänze aus biologisch abbaubarem Druckmaterial. Als Basis wird Lignin verwendet, ein natürliches Polymer in Pflanzen. Insgesamt gibt es 500 Exemplare in zwei Höhen, fünf unterschiedlichen Strukturen, sechs Korpus- und drei Lederfarben. Der Korpus wiegt je nach Höhe und Struktur zwischen 900 und 1200 Gramm – ein Leichtgewicht. Die Sohle besteht aus rutschfestem Semperit, die Sitzfläche ist mit handschuhweichem Leder überzogen.

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© Bild: AECTUAL

Gedruckter Terrazzoboden

Ja, sogar Fußböden lassen sich heute von 3-D-Druckern in unterschiedlichen Varianten, Mustern und Farben entwerfen. Wer beim Gehen also weniger in die Luft schaut, hat jetzt einiges zu entdecken und wird sich über die endlosen Bodenmuster von Aectual freuen. Bei diesen wird dem Auge nämlich einiges geboten. Das niederländische Unternehmen entwickelt neben Fassaden, Interieurs und sogar kleinen Häusern auch individuell gestaltete Terrazzoböden, die bei jedem zweiten Schritt anders aussehen können. Mit robotergestützter 3-D-Technik kann jeder Quadratmeter anders gestaltet werden. Die Leinsamen-basierten Materialien sind nachhaltig und biologisch abbaubar.

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© Bild: Nagami/Delfino Sisto Legnani & Marco Cappelletti

Botanischer Barhocker

Der Barhocker „Robotica TM“ von Nagami  wurde vom britischen Designvisionär Ross Lovegrove entworfen und erinnert an einen futuristischen Pilz. Gedruckt wurde er von Lovegroves automatisiertem Kollegen. 14 Stunden hat der tüchtige Roboterarm, der verschiedenfarbige Kunststoffschichten peu à peu aufträgt,  für die imposante Sitzgelegenheit benötigt. Der dafür verwendete Kunststoff PLA ist ebenfalls  biologisch abbaubar und frei von Giftstoffen. Das Material wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Sprichwörtlich „aus Zucker“ sind die ästhetischen Möbelstücke aber nicht, sondern ungemein stabil und leicht.

( kurier.at , AI ) Erstellt am 15.06.2018