Café Hummel: Alter Schmäh in neuem Glanz

Das traditionelle Café wurde renoviert und ist wieder offen. Was die Gäste jetzt über ihr Stammlokal denken.

"Der Schmäh rennt noch so wie vorher." Das ist die Hauptsache für Wolfgang Helfer. Er ist seit 20 Jahren Stammgast im Café Hummel in der Josefstadt und saß auch am ersten Öffnungstag nach der sechswöchigen Renovierung, wieder an seinem Platz. Der Tisch ist allerdings neu. Bis auf einige Elemente, wie der alte Holzfußboden im Fischgrätmuster oder die klassischen Luster, wurde so ziemlich das gesamte Café erneuert. "Vor allem die Technik ist komplett neu. Wichtig war uns dabei, verstärkt auf Energieeffizienz zu schauen", erzählt Georg Palischek, Ehemann der Hummel-Chefin Christina Hummel. Sie habe die Renovierung bereits seit zwei Jahren geplant, allein ein Jahr tüftelte die Chefin den Ablauf der Bauarbeiten aus, war selbst jeden Tag auf der Baustelle. "Sonst hätten wir das nicht in so kurzer Zeit geschafft", lobt Palischek seine Frau, die das Lokal in dritter Generation leitet.

Alt trifft Neu

Bilder des alten Hummels schmücken die Wände des neuen Lokals.
© Bild: boroviczeny stephan

Die Kunstwerke an den Wänden sollen Teile des alten Hummels ins neue bringen. Dafür porträtierte die Künstlerinnen Katharina Struber und Pernella Raffalt im vergangenen Jahr treue Gäste des Cafés. Die Fotos sind in der Serie "28.12.2011" an den Wänden ausgestellt.

Der Schmäh steht dem Kellner ins Gesicht geschrieben. Viele Gäste kommen genau deshalb immer wieder gerne ins Café Hummel.
© Bild: boroviczeny stephan

Vieles ist anders, bei so einem traditionellen Café immer ein Risiko. Doch den Stammgästen gefällt’s zum Glück. "Ich bin ins alte Hummel schon gerne gekommen, ins neue komme ich noch lieber", urteilt Regina Cernek. Sie und Sabine Gotz fühlen sich bei ihrem Kaffee-Plausch "sehr wohl in der modernen und freundlichen Atmosphäre". Am Nebentisch sitzt Irena Pusova mit Tochter Anna. Ihr Resümee: "Obwohl alles neu ist, sind trotzdem noch alte Elemente vorhanden. Das gefällt mir." Dem schließt sich auch Wolfgang Helfer an. Die Meinl-Tassen, die er immer so mochte, sind ebenfalls noch da.

( Kurier ) Erstellt am 12.03.2012