© Kristian Bissuti

Wirtschaft Immobiz
12/05/2011

Büromieten in Wien stabil

Konjunkturtief. Es werden weniger neue Bürohäuser gebaut, auch die Zahl der neu vermieteten Büros sinkt. Der Leerstand steigt, nur Top-Lagen zählen.

von Ulla Grünbacher

Für Unternehmen, die in Wien Büroflächen suchen, herrschen rosige Zeiten. Denn mit stabilen Mieten von durchschnittlich 12 Euro netto pro Quadratmeter im Monat, einem großen Angebot am Markt und einer auf 6,2 Prozent gestiegenen Leerstandsrate lässt sich das gewünschte Büro finden. Spitzenmieten von 24,50 Euro netto pro Quadratmeter und Monat werden derzeit nur in komplett sanierten Innenstadt-Objekten erzielt, rechnet Eugen Otto vom gleichnamigen Immobilienbüro vor.

Die österreichischen Mietinteressenten sind vorsichtig geworden, die Stimmung ist nach wie vor von der Krise geprägt. Gesucht werden vor allem größere Flächen bis zu 3500 Quadratmeter, die bezugsfertig sind und nahe der Innenstadt liegen. Heuer werden nach Einschätzung von Experten 220.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet, das ist im Durchschnitt der letzten zehn Jahre ein Rückgang von 22 Prozent. Der Grund für diesen Rückgang liegt vor allem in der Erwartungshaltung der Unternehmen bezüglich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. Auch 2012 kann mit denselben Marktbedingungen gerechnet werden.

Investmentmarkt

Mit dieser Entwicklung steht Österreich nicht alleine da. Auch international ist die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien 2011 um rund 12 Prozent zurückgegangen, teilte der internationale Immobilienberater CB Richard Ellis mit. In Ost- und Südosteuropa (CEE) hingegen haben sich die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Polen gilt für Investoren als besonders interessanter Markt.

Am österreichischen Investmentmarkt herrscht ebenfalls verhaltene Stimmung. Im Vorjahr haben noch Immobilien im Wert von 1,6 Milliarden Euro den Besitzer gewechselt. Heuer wird nicht einmal diese moderate Höhe erreicht werden. Gefragt sind nur sichere Anlageobjekte, das sind Top-Immobilien in sehr guten Lagen. Risikoreichere Investments sind noch selten. Die Renditen sind dafür stabil und liegen im Spitzensegment bei rund 5,25 Prozent. Vor allem deutsche Investoren sind an den Wiener Markt zurückgekehrt.

Neue Flächen

Dieses Jahr werden in Wien 180.000 Quadratmeter neue Büroflächen auf den Markt kommen. Das ist deutlich weniger als in den vergangenen Jahren. Das hängt auch damit zusammen, dass sich kaum Entwickler finden, die ein Bürohaus bauen, ohne den Großteil der Flächen bereits vorvermietet zu haben.

Die drei größten Bürohäuser, die heuer fertiggestellt werden sind das spacemovement in der Muthgasse im 19. Bezirk, das Media Quarter Marx in der Henneberggasse und der MGC-Office-Park in der Modecenterstraße, beide im 3. Wiener Bezirk, alle drei mit rund 25.000 Quadratmeter Fläche. Viele geplante Bauprojekte werden in die nächsten Jahre verschoben oder reduziert realisiert.

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