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Wirtschaft Immobiz
07/08/2020

Andreea Cebuc verwandelt Fotografien in zeitgenössische Räume

Andreea Cebuc gestaltet Shops, Restaurants und Schaufenster - nun auch für Fashiongrößen wie Hermès am Graben in Wien.

KURIER: Sie haben die Hermès-Schaufenster in der Wiener Innenstadt gestaltet. Was ist zu sehen?

Andreea Cebuc: Bei Hermès gibt es immer ein Jahresthema. Dieses Jahr ist es Innovation mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Mit den Covid-Maßnahmen ist die Stadt an sich wichtiger geworden, der Drang nach draußen und auch der Zusammenhalt ist gestiegen. Davon haben wir uns inspirieren lassen. Daher zeigen wir im ersten Schaufenster eine Skyline der Stadt. In Fenster zwei, drei und vier zoomen wir in die Stadt hinein. Im Fokus stehen Regionalität, grüne Oasen und das gemeinsame Leben in den Häusern.

Wovon lassen Sie sich inspirieren?

Reisen inspirieren mich und ich fotografiere gern. Im Entwurfsprozess hole ich mir die Bilder her.

Sie bekommen ein Briefing und gehen dann alte Bilder durch?

Ja, genau. Bei den Hermès-Schaufenstern habe ich alle Wörter aufgeschrieben, die für mich Innovation bedeuten und Bilder gesucht, die dazu passen. Ich bin ein visueller Typ und konnte schon in der Schule besser mit Bildern arbeiten.

Was sind Ihre größten Herausforderungen im Designprozess?

Zu hohe Ansprüche. Bei Hermès waren die ersten vier Wochen im Entwurfsprozess schwierig. Ich habe alles weggeschmissen, was ich entworfen habe, weil ich mich zu sehr unter Druck gesetzt habe. Davon bin ich mithilfe von Freunden weggekommen. Sie haben mir geraten, nicht nur den Klienten zu sehen und stattdessen etwas zu kreieren, wovon ich überzeugt bin.

Sie sind auch Bloggerin und Influencerin. Welche Rolle spielt die Instagramtauglichkeit beim Entwerfen?

Das ist schon sehr wichtig, aber nicht primär für den Kunden, der in den Shop geht. Der Gedanke geht zum Shopinhaber. Er soll seine Ware für Instagram im Shop fotografieren und filmen können – und die Stücke sollen nicht in Konkurrenz zur Architektur stehen.

Sie haben an einer HTL für Hoch- und Tiefbau maturiert und an der TU Wien Architektur studiert. Beides sind männerdominierte Ausbildungsstätten. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Wir waren die erste Mischklasse mit zwei Mädchen an dieser HTL. Einmal pro Woche hatte ich ein Praktikum auf der Baustelle. Das war eine harte Zeit. Man musste sich als Mädchen mehr beweisen, um ernst genommen zu werden.

Wie ist es Ihnen gelungen?

Durch gute Noten. Mein Ehrgeiz wurde geweckt und das hat in mehr Selbstbewusstsein resultiert. Das kommt mir heute zugute. Mittlerweile habe ich ein fixes Team, mit dem ich auf Baustellen arbeite, das war am Anfang nicht so. Da habe ich mir zweimal überlegt, ob ich ein Kleid oder Jeans und Sneakers anziehe.

Stellen Sie sich diese Frage noch?

Nein (lacht). Das ist vorbei.

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