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Wirtschaft Immobiz
08/09/2021

Alleskönner Lavendel: Von Anbau und Pflege bis zum DIY Projekt

Wie das Heilkraut Lavendel gut gedeiht verrät Experte Matthias Wünscher. Plus: Zwei Ideen zum Nachmachen.

von Nicole Zametter

Wer an Lavendel denkt, stellt sich meist prächtige lila Felder in der Provence oder der Toskana vor. Doch auch im oststeirischen Haselbach bei Weiz gedeiht der duftende Gartenliebling gut. „Unser Lavendel hängt gerade zum Trocknen in der Scheune“, verrät Matthias Wünscher, Co-Gründer von March, einem Naturkosmetik-Label. Gemeinsam mit seiner Schwester Julia hat der Jungunternehmer im Frühling 2020 den großelterlichen Bauernhof zu revitalisieren begonnen. Jetzt wird dort Lavendel angebaut, um daraus Seife, Öl oder Lavendelsäckchen herzustellen. „Es dauert ca. drei Jahre, bis der Lavendel so weit ist, um daraus hochwertiges Bio-Öl herzustellen. Bis dahin kaufen wir dieses zu.“ erklärt Wünscher.

Es gibt rund 30 Lavendel-Arten und unzählige Sorten mit unterschiedlichen Vorteilen. Der Wünscher-Hof liegt auf 700 Meter, darum fiel die Wahl auf den Anbau von Lavandula Angustifolia, der sogenannte „Echte Lavendel“. Er ist bis etwa -15 Grad winterhart. Prinzipiell ist Lavendel pflegeleicht, wenn er die richtigen Bedingungen vorfindet: „Lavendel braucht neben sehr viel Sonne vor allem einen lockeren, steinigen Boden. Staunässe macht den Lavendel kaputt. Im Idealfall hat er es auch noch gerne windgeschützt.“ Gepflanzt wird die Blume im Frühjahr, „erst, wenn keine Frostnächte mehr zu befürchten sind“, empfiehlt Wünscher. Auf Dünger sollte man verzichten, der lässt die Pflanze zu schnell wachsen und vermindert ihre Winterhärte.

Wichtige Tipps für gute Lavendel Ernte

Vor der erfolgreichen Ernte ist vor allem das regelmäßige Zurückschneiden der Pflanze wichtig. Der Lavendel-Bauer erklärt: „Der erste Schnitt sollte im zeitigen Frühjahr erfolgen. Es sollte möglichst keinen Frost mehr geben, der Lavendel darf aber noch nicht ausgetrieben haben. Zwei Drittel der Pflanze können abgeschnitten werden. Das sieht im ersten Moment zwar nach viel aus, aber sonst droht die Pflanze mit der Zeit zu verholzen. Wichtig : Nicht zu tief ins alte Holz schneiden, am besten ein Stück über dem Austrieb des Vorjahres. „Der zweite Schnitt erfolgt im Sommer, am besten, kurz bevor der Lavendel verblüht. So hat er noch ausreichend Kraft für eine zweite Blüte. Abgeschnitten werden die langen Blütenstiele, was in etwa einem Drittel entspricht.“ Wer sich auch im Winter noch am Duft seines Lavendels erfreuen möchte, trocknet die Blüten: „Zu kleinen Sträußen gebunden, kopfüber hängend sollte er 1-2 Wochen im dunkeln trocknen. Sobald die Blüten leicht abperlen, ist er fertig“, erklärt der Experte. Die beruhigende Wirkung der Heilpflanze funktioniert nicht nur über den Duft, sondern auch als Tee genossen. Tipp vom Fachmann: „Auch gegen Sonnenbrand wirkt Lavendel-Öl Wunder. Einige Tropfen mit Kokosöl mischen und auf die verbrannte Haut auftragen.“

Rezept: Lavendelpesto

Material:
(für ein 150g-Glas)
1 großer Bund Basilikum
100 ml Olivenöl
1 große, gehackte Knoblauchzehe
60 g frisch geriebener Parmesan
30 g geröstete und zerkleinerte
Walnüsse
Salz und Pfeffer 
3 Lavendelblüten (getrocknet)

Klassischerweise wird Pesto mit Pinienkernen zubereitet. Doch hier
gibt es eine spannende Rezeptvariation mit frisch gehackten Walnüssen und getrockneten Lavendelblüten.

Zubereitung:
Basilikumblätter zupfen und waschen, trocken tupfen. In den Mixer geben, mit Olivenöl und Knoblauch zerkleinern.
Walnüsse und Parmesan dazugeben und nochmals pürieren.
Mit Salz und Pfeffer würzen.
Das Pesto in ein Glas füllen und obenauf die Lavendelblüten streuen. Geschlossen hält es sich im Kühlschrank ca. 4 Wochen. Das verschlossene Glas mit einem Stoffrest und  einem  Lavendelzweig dekorieren. Zum Verschenken oder selbst genießen. 

Duftkerze Mückenschreck

Material:
Wachsgranulat, Kerzendocht, Lavendelöl, feuerfestes Tongefäß, großer und kleiner Topf, Kochlöffel.

Zubereitung:  


Den Kerzendocht mittig an den Stiel eines Kochlöffels  knoten und quer über den Rand des feuerfesten Tongefäßes legen. Das Dochtende sollte den Boden des Gefäßes berühren. Das Kerzengranulat im Wasserbad schmelzen, bis es vollständig aufgelöst und flüssig ist. Einige Tropfen Duftöl einrühren und diese dann in das Tongefäß gießen. Aushärten lassen und den Docht etwa einen Zentimeter oberhalb der Kerze abschneiden. Die fertige Kerze mit kleinen Lavendelzweigen dekorieren.

Buchtipp:

Diese und weitere dekorative und unkomplizierte Ideen zur Verwendung der Heilpflanze in:  Lavendel-Liebe.  Sabine Krämer-Uhl, & Jasmin Fischer,  Christophorus Verlag 2021, ca. 15,50 €

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