Die Immo-Verkäufe in Österreich kletterten voriges Jahr auf eine Rekordhöhe.

© APA/HELMUT FOHRINGER

Immobilienpreisindex
03/01/2016

Immobilienpreise: Plus 20 Prozent in fünf Jahren

Wohnraum hat sich empfindlich verteuert. Immobilienverkäufe auf Rekordhöhe.

Die eigene Immobilie wird immer unerschwinglicher: Zwischen 2010 und 2015 kletterten die Preise für Wohnungen im Schnitt um mehr als 20 Prozent, wie aus dem aktuellen Immobilienpreisindex ImmoDEX 2016 hervorgeht. Für eine neue Eigentumswohnung mit 80 Quadratmetern waren zuletzt im Schnitt 321.000 Euro zu bezahlen - um gut 60.000 Euro mehr als noch vor fünf Jahren.

Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen stiegen im selben Zeitraum um 55.000 Euro auf durchschnittlich 244.000 Euro, wie aus der Auswertung des Internetportals Immobilienscout24 hervorgeht. Die angebotenen Objekte waren der Immo-Plattform zufolge im Schnitt kleiner als nachgefragt - die meisten Käufer waren eigentlich im Schnitt auf der Suche nach einer 90 Quadratmeter großen Wohnung.

Preisanstieg allerorts

Den stärksten Preisanstieg bei gebrauchten Wohnungen gab es seit 2010 in Wien, Tirol (beide plus 34 Prozent) und Niederösterreich (plus 33 Prozent). Am wenigsten, aber immer noch um rund ein Fünftel, nach oben entwickelten sich die Preise für gebrauchte Wohnungen in den vergangenen fünf Jahren in Kärnten (plus 19 Prozent), der Steiermark (plus 20 Prozent) und Vorarlberg (plus 23 Prozent).

Die höchsten Preise für gebrauchte Objekte waren 2015 im Schnitt in Wien zu bezahlen - der durchschnittliche Quadratmeterpreis lag bei 3.414 Euro. Dahinter folgten Tirol (3.113 Euro) und Salzburg (3.000 Euro). Am billigsten waren die Immobilien im Burgenland mit im Schnitt 1.357 Euro pro Quadratmeter. Und das, obwohl die Preise in diesem Bundesland in den vergangenen fünf Jahren um 26 Prozent spürbar zulegten.

Verkaufsrekord bei Häusern

Der Trend zum eigenen Haus, der laut ImmobilienScout24 schon 2014 zu beobachten war, hat sich im abgelaufenen Jahr fortgesetzt - die Nachfrage stieg im Jahresabstand um 6 Prozent. Dementsprechend hätten sich auch die Preise für neue Häuser nochmals um rund 5 Prozent erhöht. Das "österreichische Durchschnittshaus" mit 125 Quadratmetern kostete 2015 neu rund 340.000 Euro. Die Preise variierten je nach Bundesland: Im Burgenland lag der Schnitt bei nur 229.000 Euro, in der Steiermark bei 253.000 Euro und in Kärnten bei 262.000 Euro. In Wien wiederum kostete ein Durchschnittshaus 463.000 Euro und in Tirol 439.000 Euro.

Insgesamt wurden im Vorjahr 112.124 Immobilienverkäufe im Wert von 23,5 Milliarden Euro im Amtlichen Grundbuch in ganz Österreich registriert, dies sind um +16,6 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2014 und um ein Drittel mehr als noch 2013.

Alles in allem habe sich der Immobilienmarkt 2015 - nach Jahren des Anstiegs - "beruhigt", heißt es in der vorliegenden Immobilienmarktanalyse. Die Preise für Eigentumswohnungen seien im abgelaufenen Jahr mit einem Plus von 1 Prozent gegenüber 2014 relativ stabil geblieben.

Mieten legten zu

Die Mieten für Wohnungen (ohne Betriebskosten) hingegen verteuerten sich im Vorjahr österreichweit zwischen 3 und 4 Prozent. Im Schnitt kostete eine Mietwohnung, die 2015 angeboten wurde, zwischen 789 Euro (gebraucht, 81 Quadratmeter) und 825 Euro (neu, 76 Quadratmeter) pro Monat. Die von den Vermietern angebotenen Wohnungen waren laut ImmobilienScout24 meist größer und teurer als von den Immobiliensuchenden gewünscht. Gesucht waren im Schnitt Wohnungen mit 65 Quadratmetern. Die Mietwohnungen lagen im Schnitt um 120 Euro (neu) bis 155 Euro (gebraucht) pro Monat über den Vorstellungen bzw. finanziellen Möglichkeiten der potenziellen Mieter.

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