Zentrale: Als Mieter zahlt die Bank Austria jetzt 427.000 Euro pro Monat – plus Betriebskosten.

© Deutsch Gerhard

Immobiliendeal
03/07/2014

Ex-Leiner-Inhaber richten sich in Bankzentrale ein

Beim Kauf der Bank-Austria-Zentrale hat Ronny Pecik die Familie Koch als Partner an Bord geholt.

von Kid Möchel

Rund um den Kauf der Wiener Bank-Austria-Zentrale durch den Investor Ronny Pecik brodelte lange die Gerüchteküche – jetzt ist es raus. Hinter dem Investmentprojekt steckt nicht nur der gelernte Banker Pecik, sondern auch die Unternehmer-Familie Koch. Letztere hat im vergangenen Sommer ihren Möbelhandels-Konzern kika/Leiner um kolportierte 500 Millionen Euro verkauft. Insider wollen von einem deutlich höheren Erlös wissen.

"Ja, wir sind gemeinsam mit Herrn Pecik die Investoren, besser gesagt unsere Stiftungen", bestätigt Herbert Koch dem KURIER. "Wir sind überzeugt, dass diese Lage einmalig ist und es international eine Riesen-Nachfrage für solche erstklassigen Immobilien gibt."

Ursprünglich hatte Pecik den Deal alleine mit der Bank verhandelt. Etwa Mitte des Vorjahres stießen die Kochs als Partner dazu. "Durch die Freundschaft zur Familie Koch hat es sich ergeben, dass wir das gemeinsam machen", sagt Pecik zum KURIER. "Ich versuche immer, die richtigen Partner für die richtige Sache zu finden."

102 Millionen Kredit

Für den Kauf der 30.000 Quadratmeter große Liegenschaft in der Wiener Schottengasse hat Pecik über seine Sandoro Holding 102 Millionen Euro Kredit bei der Raiffeisenlandesbank (RLB) OÖ aufgenommen. Als Sicherheit wurde der Bank die Immobilie verpfändet.

Mitte Dezember 2013 wurde der Deal dann offiziell bekannt geben, Ende Februar 2014 wurde er abgeschlossen. Dem Vernehmen nach haben Pecik & Koch rund 135 Millionen Euro für das mehrstöckige Palais hingeblättert, die hohen Abwicklungskosten sind da noch nicht inbegriffen.

Doch das mächtige Gebäude, dass einst die Creditanstalt beherbergte, lockte plötzlich auch andere Investoren. "Wir hatten bereits zwei verbindliche Angebote auf dem Tisch, die wesentlich höher waren als der Kaufpreis", sagt Pecik. "Zwischen der Familie Koch und mir wurde aber entschieden, dass wir nicht verkaufen, weil wir die UniCredit noch für die nächsten Jahre als Mieter haben." Die Bank wird erst Ende 2016 oder 2017 den neuen Campus am früheren Wiener Nordbahnhof beziehen.

Rendite durch Miete

Der Mietvertrag, der dem KURIER vorliegt, ist für die Investoren lukrativ. Bis Ende 2017 zahlt die Bank monatlich 427.000 Euro Netto-Miete, übernimmt die Betriebskosten und verwaltet das Gebäude selbst. Verzögert sich der Umzug auf den neuen Bank Austria Campus, steigt die Miete. Der monatliche Aufschlag im Jahr 2018 beträgt 20 Prozent bzw. 85.000 Euro. Zugleich hat sich die Bank verpflichtet, bis Ende 2014 rund 5,66 Millionen in die Sanierung von Sanitäranlagen, Beleuchtung und Aufzügen zu stecken.

"Wir werden im Sommer beginnen, uns Gedanken zu machen, was wir mit der Immobilie machen können", sagt Koch. "Vielleicht verkaufen wir sie weiter oder wir entwickeln sie." Und Pecik fügt hinzu: "Sicher machen wir kein Hotel daraus. Hotels gibt es schon genug in Wien."

Bank-Austria-Zentrale: Partner des Deals

Ronny Pecik Sein gewinnträchtiges Handwerk lernte Pecik bei Länderbank und Bank Austria. Er war Mitgründer der A-Tec Industries, mischte den Schweizer Oerlikon-Konzern auf und ebnete dem Mexikaner Carlos Slim (America Movil) den Einstieg bei der Telekom Austria.

Herbert Koch An die 40 Jahre war er in der Geschäftsführung von kika/Leiner, der Firma, die einst seine Schwiegereltern gegründet hatten. 2010 schied er aus. Im Vorjahr verkaufte die Familie Koch kika/Leiner an die südafrikanische Steinhoff-Gruppe.

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