Wirtschaft
07/29/2020

HYPO NOE: Zufrieden mit Sparbuch-Aus

Der Vorstoß der Regionalbank hat keine Kundenbeschwerden verursacht. Trotz Corona gutes Ergebnis erwartet.

von Anita Kiefer

Zwischenbilanz bei der HYPO NOE. Bundesweite Schlagzeilen macht die Regionalbank normalerweise eher selten. Außer, wenn sie etwas abschafft, das in Österreich sakrosankt ist: Das Sparbuch in Papierform. So geschehen im Februar dieses Jahres – also vor einem halben Jahr. Da hat die Bank als erste klassische Beraterbank Österreichs das Papier-Sparbuch aus der Produktpalette genommen.

„Wir Banken sind ja alle dazu aufgefordert, die Kosten zu senken, effizienter zu werden und mehr Eigenkapital zu bilden, um Reserven zu haben. Man sieht ja gerade in Zeiten wie diesen, wie wichtig das ist“, sagt HYPO NOE-Vorstandssprecher Wolfgang Viehauser.

Kundenbeschwerden? Keine, sagt die Bank. „Es haben nur einige Kunden nachgefragt, was mit den bestehenden Sparbüchern passiert. Die behalten natürlich ihre Gültigkeit.“ Und Sparbücher gibt es weiter bei der HYPO NOE – aber nur digital.

Sorgen darum, dass das Image seiner Bank durch den Dokumentenfälschungsskandal rund um die Commerzialbank Mattersburg leiden könnte, macht sich der HYPO NOE-Manager übrigens nicht. Seine Bank habe keinerlei Geschäftsbeziehungen zur Commerzialbank Mattersburg gehabt, außerdem seien die Kunden nicht verunsichert.

Wolfgang Viehauser

Das läge zum einen am Eigentümer – die HYPO NOE steht zu 100 Prozent im Eigentum des Landes Niederösterreich –, zum anderen an der „konservativen Veranlagungsstruktur“ der Bank. „Ungefähr 50 Prozent der Bilanzsumme – also des aktiven Kreditgeschäfts – sind im Bereich der Infrastruktur, bei der Finanzierung von Gemeinden und Bundesländern in Österreich.

Und: Man sei breit geprüft, zuletzt etwa 2019 durch die OePR, die Österreichische Prüfstelle für Rechnungslegung.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2020 hat die HYPO NOE fast eine Milliarde Euro an neuen Krediten vergeben. Wenig überraschend sind kaum Investitionskredite nachgefragt worden, viele Kredite seien für Überbrückungsfinanzierungen vergeben worden.

Die Ablehnungsquote bei Kreditanträgen sei, so Viehauser, im Zuge der Corona-Pandemie nicht gestiegen, sondern eher gesunken, weil man die Kunden unterstützen wolle. „Wir haben zum Beispiel auch keine einzige Stundungsanfrage abgelehnt.“

Die Vergabekriterien habe die Bank dabei nicht strenger gemacht. Wiewohl die Angst, dass Unternehmen die Kredite als Folge der coronabedingten finanziellen Situation nicht zurückzahlen können da ist, bestätigt er. Wie es weitergeht, hänge aber von vielen Parametern ab – wie sich Pandemie und Unterstützungsmaßnahmen entwickelt und wann Gesundheitskasse und Finanz beginnen die gestundeten Beiträge bzw. Steuern einzutreiben.

Ähnlich verhalten ist daher auch die Prognose Viehausers für das Ergebnis 2020. „Was wir alle nicht wissen ist, wie sich die Wertberichtigungen und die Risikokosten entwickeln werden.“ Die könnten schon im Herbst zu bilden sein – oder erst 2021. „Wir gehen aber heute davon aus, dass es ein sehr gutes Ergebnis sein wird.“

2019 lag der Betriebsgewinn der Bank bei 65,6 Millionen Euro. Der Betriebsertrag erhöhte sich auf 162 Millionen Euro. Die Neukreditvergabe lag bei 1,8 Milliarden Euro.

Für die Zukunft will sich die HYPO NOE weiter stark auf das Thema Nachhaltigkeit fokussieren. Kürzlich hat die Bank einen Green Bond emittiert, weswegen sie sich jetzt die nachhaltigste Regionalbank Österreichs nennen kann.

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