Wirtschaft 11.03.2013

Hypo Kärnten will Verkauf selbst steuern

Privatisierung.Österreich-Tochter buhlt um Käufer, Italien- und Balkan-Töchter sind Ladenhüter.

Bei der Kärntner Hypo-Alpe-Adria-Bank, die seit ihrer Notverstaatlichung im Dezember 2009 rund 1,85 Milliarden Euro von der Republik erhalten hat, stehen die Zeichen weiter auf Sturm.

Einerseits sorgt der Milliarden-Rechtsstreit mit der früheren Mutter BayernLB für heftige Zores. Andererseits verlangt die EU-Kommission einen rascheren Abverkauf der Problembank. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hat Österreich die Liquidation der Hypo angedroht, falls die Pläne nicht konkretisiert werden. Infolge wird jetzt mit neuen strengeren Auflagen der EU gerechnet. Unter diesen rauen Bedingungen hat der Hypo-Aufsichtsrat am Montag die bisherigen Vorstände Gottwald Kranebitter, Wolfgang Edelmüller, Johannes Proksch und Rainer Sichert für weitere drei Jahre bestellt. „Wir setzen damit ein Zeichen der Stabilität für die Restrukturierung und Sanierung des Unternehmens“, meint Aufsichtsratschef Johannes Ditz. Laut Ditz soll heuer noch das umstrittene EU-Beihilfeverfahren positiv abgeschlossen und die Österreich-Tochter Hypo Alpe-Adria-Bank (14 Filialen, 350 Mitarbeiter, vier Milliarden Euro Bilanzsumme) verkauft werden. Auch der Italien-Ableger und die Balkan-Tochter suchen Käufer. Letztere erweisen sich aber als Ladenhüter, obwohl ihre Geschäfte stabil sind. Die schlechte Wirtschaftslage macht dort Verkäufe von Banken aber äußerst schwierig.

Weit unter Buchwert

Für die Österreich-Tochter HBA erwarten die Klagenfurter einen Erlös von etwas mehr als 50 Prozent des Buchwertes von 125 Millionen Euro, für die Hypo Italien und die Südosteuropa-Gruppe rechnet man mit deutlich weniger.

Den Vorwurf, dass die Klagenfurter in den vergangenen drei Jahren nicht genug unternommen hätten, um die Redimensionierung und den Abverkauf voranzutreiben, lässt die Hypo nicht gelten. „Sie werden keine Bank finden, die schneller restrukturiert worden ist als die Hypo Alpe-Adria“, sagt Hypo-Sprecher Nikola Donig zum KURIER. Die Bilanzsumme sei um 20 Prozent auf 33 Milliarden Euro und die Landeshaftung von 21 auf 16 Milliarden Euro reduziert worden. „Die Bank wünscht sich für die Privatisierung vier bis fünf Jahre Zeit“, sagt Donig. „Und wir möchten auch risikoarmes Neugeschäft machen. Denn eine Bank, die nicht im Kundengeschäft tätig ist, verkauft man nicht leicht.“ Doch bei den Neugeschäft-Plänen könnte die EU der Hypo einen Strich durch die Rechnung machen.

Indes wird die Hypo für den Abbau der Leasing- und Beteiligungs-Altlasten, die in der HETA Asset Resolution GmbH geparkt sind, geschätzte acht bis zwölf Jahre benötigen. Es geht immerhin um acht Milliarden Euro notleidende Kredite. Dem Vernehmen nach soll die HETA auch die Konzernbilanz, die heute Dienstag präsentiert wird, verhageln.

( Kurier ) Erstellt am 11.03.2013