© EPA_Peter Kneffel

Wirtschaftskrimi
03/28/2014

Hypo brachte Anzeige gegen Ex-Alpine-Chefs ein

Kredit-Debakel. Bank soll getäuscht worden sein.

von Kid Möchel

Im Krimi um die Vergabe eines unbesicherten 25-Millionen-Euro-Kredites an den späteren Pleite-Baukonzern Alpine holt die Hypo-Alpe-Adria-Bank International zu einem Gegenschlag aus.

Nachdem die Klagenfurter Staatsanwaltschaft gegen drei (zum Teil frühere) Hypo-Vorstände ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue-Verdachts eingeleitet hat, hat die Bank nun Strafanzeige gegen vier Ex-Alpine-Geschäftsführer und die spanische Alpine-Mutter FCC erstattet. Sie verdächtigt die Baumanager des schweren Betruges und der Bilanzfälschung, die FCC soll dafür haftbar gemacht werden.

"Die Sachverhaltsdarstellung ist am Donnerstag bei uns eingelangt und wir sind gerade dabei, sie sorgfältig zu prüfen", sagt Erich Mayer von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft zum KURIER.

Vorgeschichte

Am 4. September 2012 gewährte die Hypo der Alpine Bau einen kurzfristigen Kredit, um die marode Alpine-Tochter Osijek Koteks in Kroatien umzuschulden. Dabei sollen die Baumanager der Bank verschwiegen haben, dass sie bereits Ende Juli 2012 den Wirtschaftsberater KPMG an Bord geholt haben, um die Refinanzierung des Gesamt-Konzerns in die Wege zu leiten. Folglich sollen die Alpine-Bosse, so die Hypo, schon im Sommer 2012 gewusst haben, dass der Konzern in Schieflage ist.

"Es liegt der Verdacht nahe, dass der Hypo Informationen bewusst vorenthalten wurden, um der Alpine unrechtmäßige Vorteile zu verschaffen und die Hypo dazu zu bringen, den Überbrückungskredit zu vergeben", heißt es in der Anzeige.

Starker Tobak

Ende September ersuchten die Alpine-Leute die Hypo, den Kredit zu verlängern. Da soll im Baukonzern schon ein alarmierender Bericht von KPMG vorgelegen sein: Abschreibungsbedarf 425 Millionen, negatives Eigenkapital rund 150 Millionen Euro.

"Der Bericht wurde in den Gesprächen mit der Bank nicht erwähnt", heißt es weiter. Die Hypo vermutet auch, dass die Jahresabschlüsse 2011 und die Halbjahres-Abschlüsse 2012 der Alpine Bau und der Alpine Holding "gefälscht wurden, um Verluste zu beschönigen". Dem Vernehmen nach werden die Vorwürfe bestritten.

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