Börsennotierter deutscher Modekonzern Hugo Boss setzte den in ersten neun Monaten 2014 rund 1,88 Milliarden Euro um.

© dpa/Bernd Weissbrod

Bekleidung
11/04/2014

Hugo Boss trotzt Wirtschaftsflaute

Modekonzern muss Gewinnerwartungen aufgrund wirtschaftlicher Abkühlung in Europa herunterschrauben.

von Kid Möchel

Der börsennotierte deutsche Modekonzern Hugo Boss muss seine Gewinnerwartung für das Geschäftsjahr 2014 etwas zurückschrauben. Das geplante hohe einstellige Gewinnplus wird nicht ganz erreicht. Statt rund bei acht Prozent soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) laut Firmenangaben nur zwischen fünf und sieben Prozent liegen. Grund sei die "wirtschaliche Abkühlung in Europa".

Hugo Boss, größter Aktionär ist der Finanzinvestor Permira, hat den Umsatz im dritten Quartal 2014 - währungsbereinigt - um neun Prozent auf 717 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EbitDA) liegt mit 182 Millionen Euro und damit fünf Prozent über dem Wert des Vergleichszeitraumes des Vorjahres. Zugleich musste aber mehr Geld in das Marketing und in den Vertrieb gesteckt werden. So stieg das Konzernergebnis nur um zwei Prozent auf 115 Millionen Euro.

Management zuversichtlich

„Dank eines anziehenden Geschäfts in Amerika und Asien/Pazifik sowie weiterhin guten Zuwächsen in Europa konnten wir ein sehr solides Wachstum im dritten Quartal erzielen', erklärte Claus-Dietrich Lahrs, Vorstandsvorsitzender der Hugo Boss AG. „In den vergangenen Wochen haben wir allerdings die schwache Branchenentwicklung in Europa und die Unsicherheiten in Asien verstärkt auch in unserer Geschäftsentwicklung gespürt.“ Nachsatz: „Wir sind dennoch zuversichtlich, im Gesamtjahr solide Umsatz- und Ergebniszuwächse zu erzielen und damit das Wachstum der Luxusgüterbranche zu übertreffen.“

Wachstumsdynamik ließ in allen Regionen nach

Insbesondere Amerika und Asien/Pazifik trugen mit Wachstumsraten von 11 Prozent beziehungsweise 13 Prozent in lokalen Währungen zu diesem Ergebnis bei. Auch in den beiden Kernmärkten USA und China habe sich das Wachstum unterstützt von Verbesserungen im Großhandel, beschleunigt. Europa entwickelte sich mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von acht Prozent weiter robust. Allerdings ließ die Wachstumsdynamik laut Konzern-Angaben in allen Regionen gegen Ende der Berichtsperiode nach, insbesondere im eigenen Einzelhandel.

Umsatzprognose 2014

Aufgrund des „zunehmend herausfordernden konjunkturellen Umfelds und der zuletzt deutlich nachlassenden Branchendynamik in Europa“ muss der Textilkonzern die Umsatz-Prognose für das Gesamtjahr 2014 auf sechs und acht Prozent anpassen. „In den ersten neun Monaten 2014 stieg der Umsatz währungsbereinigt um sechs Prozent auf 1,888 Milliarden Euro. Europa war mit neun Prozent die am stärksten wachsende Region“, hießt es in einer Firmenaussendung. „Dahinter stehen vor allem zweistellige Wachstumsraten in den Kernmärkten Großbritannien und Deutschland.“ Aufgrund einer zunehmenden Dynamik im Jahresverlauf sind die Umsätze in der Region Amerika in den ersten neun Monaten in lokalen Währungen um sechs Prozent gestiegen. Die Umsätze in der Region Asien/Pazifik lagen in den ersten neun Monaten um 7 Prozent über dem Vorjahreswert, wobei alle Märkte der Region zu diesem Wachstum beitrugen.

Flaute im Großhandel

Die Zahl der eigenen Einzelhandelsgeschäfte stieg in den ersten neun Monaten netto um 18 auf 1028 Standorte. Den 49 Neueröffnungen und 17 Übernahmen von Großhandelspartnern geführter Standorten standen 48 Schließungen überwiegend kleinerer Standorte vor allem in Europa und Asien gegenüber, heißt es aus dem Unternehmen. „Der über den Großhandel erwirtschaftete Umsatz ging in lokalen Währungen konzernweit um ein Prozent zurück. Neben dem angespannten Marktumfeld und der Übernahme von Verkaufsflächen von Großhandelspartnern trug die Konsolidierung des Portfolios kleinerer Handelspartner zu der Entwicklung dieses Vertriebskanals bei.

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