ARCHIV - Eine Computertastatur der Firma Hewlett-Packard liegt am 19.08.2011 in einem Elektronikmarkt in Berlin. Foto: Jörg Carstensen/dpa (zu dpa-Meldung vom 21.08.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++

© dpa/Jörg Carstensen

PC-Krise
08/22/2013

HP kommt nicht vom Fleck

Der Umsatz von Hewlett-Packard fällt immer weiter, das Management wird umgebaut.

Hewlett-Packard (HP) muss in seinem verzweifelten Kampf gegen die PC-Krise neue Rückschläge einstecken. Das von Chefin Meg Whitman für die Wiederbelebung des Konzerns als zentral eingestufte Geschäftsfeld Server und Software verbuchte einen kräftigen Umsatzrückgang. Ein neuer Manager soll die Sparte nun auf Kurs bringen. Whitman verabschiedete sich zudem von dem Ziel, im kommenden Geschäftsjahr zu wachsen.

Die schwache Nachfrage nach herkömmlichen Computern und der Trend zu Tablets und Smartphones macht HP ebenso zu schaffen wie seinem Rivalen Dell, der erst vergangene Woche erneut einen Gewinneinbruch vermelden musste. Branchenexperten zufolge schrumpft der PC-Markt in diesem Jahr um sieben Prozent und 2014 um weitere 4,5 Prozent.

Nutznießer der Probleme von Dell und HP ist der chinesische PC-Riese Lenovo: Der neue Weltmarktführer reagierte schneller auf den Wandel der Branche und fuhr zuletzt auch dank seiner riesigen Kundenbasis daheim das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte ein.

Neuausrichtung

Whitman (Bild) will HP stärker auf Angebote abseits des klassischen Rechnergeschäfts ausrichten. Nach dem Vorbild von IBM will sie sich auf das einträglichere Service-Geschäft konzentrieren. Der radikale Ansatz von Whitmans Vorgänger Leo Apotheker, das PC-Geschäft ganz aufzugeben, war allerdings bei Investoren auf schroffe Ablehnung gestoßen. Der deutsche Manager war nach weniger als einem Jahr an der Firmenspitze rausgeflogen.

Der Umsatz von HP fiel im vergangenen Vierteljahr um acht Prozent auf 27,2 Milliarden Dollar (20,32 Mrd. Euro) und damit stärker als von Branchenexperten erwartet. Sie zeigten sich vor allem erschrocken darüber, dass die Sparte Enterprise Group sogar um neun Prozent schrumpfte. Whitman selbst bezeichnete das Ergebnis der zweitgrößten Sparte als "sehr enttäuschend". Deshalb soll ab sofort der bislang für das Tagesgeschäft verantwortliche Bill Veghte die Enterprise Group führen. Er ersetzt damit Dave Donatelli, der nun nach Übernahmezielen Ausschau halten soll - bislang galt Donatelli an der Wall Street als Senkrechtstarter mit großem Potenzial. Whitman erklärte, dass HP sich wieder auf die Suche nach strategischen Akquisitionen mache, die für den Umbau von HP zentral seien.

Immerhin schaffte HP in dem Ende Juli abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal schwarze Zahlen von 1,39 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr hatte es einen Verlust von 8,86 Milliarden Dollar gegeben. Damals belasteten hohe Abschreibungen sowie Kosten des Stellenabbaus das Ergebnis.

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