Wirtschaft 05.12.2011

Holmes Place hat sich überhoben

© Bild: Holmes Place

Die Studios der Fitnesskette in Salzburg und Linz stehen vor der Insolvenz. Dahinter stehen Mietstreitigkeiten.

Die boomende Fitnessbranche fordert ein prominentes Opfer: Die Holmes Place Health & Fitness Centres GmbH mit Sitz in Wien wird wegen Verbindlichkeiten über 41 Millionen Euro einen Insolvenzantrag beim Landesgericht Salzburg einbringen. Betroffen sind die Fitness-Studios in Salzburg und Linz, die vier gleichnamigen Studios in Wien gehören einer anderen GmbH an und sind von der Insolvenz nicht berührt.

Ursache der Zahlungsunfähigkeit waren laut Insolvenzantrag Mietstreitigkeiten, berichten Wiener Zeitung und OÖN. Laut den Firmenanwälten seien Holmes Place über Jahre hinweg zu hohe Betriebskosten verrechnet worden, in Summe mindestens 250.000 Euro. Diese Auseinandersetzung beschäftigt inzwischen die Gerichte. Holmes Place stellte im Zuge dieser Streitigkeiten die Mietzahlungen ein, woraufhin ein Vermieter eine Bankgarantie über fast 600.000 Euro zog. Und nachdem auch Verhandlungen über eine Mietreduktion gescheitert waren, stellte die internationale Konzernmutter die Unterstützung ein.

Millionenhohe Verbindlichkeiten

Holmes Place hat die Ausstattung der jeweils mehr als 4000 Quadratmeter großen Studios mit Swimmingpool zumindest teilweise selbst finanziert und einen Mietvertrag über 25 Jahre abgeschlossen. Die hohen Investitionen sind auch der Grund für die enormen Verbindlichkeiten von 41 Millionen Euro, die die insolvente Firma gegenüber ihren Eigentümern hat. Die Schulden bei konzernfremden Betrieben werden auf 900.000 Euro geschätzt. Dagegen stehen Aktiva von 118.000 Euro und die zu viel bezahlten Betriebskosten, in Summe 368.000 Euro. Laut Insolvenzantrag werden sich die "zukünftigen Verbindlichkeiten" sogar auf 53,6 Millionen Euro belaufen, weil weitere elf Millionen Euro "zukünftige Verluste" des untervermieteten Standorts in Innsbruck betreffen.

Erstellt am 05.12.2011