Seit 2000 sind Erträge bei Sonnenblumen um 24 Prozent gestiegen.

© KURIER/Jeff Mangione

Nahrungsmittel
10/14/2015

Höhere Ernte-Erträge durch bessere Genetik

Neue Pflanzenzüchtungen sichern die Versorgung. Bei Sonnenblumen stiegen die Erträge um 24 Prozent

von Andreas Anzenberger

Der entscheidende Faktor bei der Ertragssteigerung von Nahrungsmitteln sind Pflanzenzüchtungen. Seit 2000 ist der Ertrag in Europa durch die Weiterentwicklung der Genetik um durchschnittlich 15 Prozent gestiegen. Bei Sonnenblumen sind es sogar 24 Prozent. Das ist ein Ergebnis einer Studie von Steffen Noleppa vom Humboldt Forum for Food and Agriculture Research in Berlin.

Düngemittel oder Pflanzenschutzmittel spielen bei der Steigerung der Ernteerträge eine immer geringere Rolle. Ohne die Ertragssteigerungen durch Züchtungen wäre Europa laut Noleppa "Nettoimporteur bei den wichtigsten landwirtschaftlichen Produkten".

Zuchterfolge

Ohne die Zuchterfolge wäre zur Produktion der selben Menge an Nahrungsmitteln eine zusätzliche Fläche in der Größe von Belgien notwendig. Außerdem wären die Lebensmittelpreise ohne die bisherigen Ertragssteigerungen deutlich höher.

Die Bedeutung der Genetik für den Produktivitätsfortschritt bei der Nahrungsmittelproduktion steigt, lautet die Botschaft des Generalsekretärs der European Seed Association (ESA), Garlich von Essen. Es gehe dabei auch um die Züchtung von Sorten mit Resistenz gegen Schädlinge. Der Jahreskongress der ESA fand Anfang der Woche in Wien statt.

Ein Grund für die steigenden Züchtungen ist die rechtliche Möglichkeit, Pflanzensorten anderer Unternehmen weiterzuzüchten. Verboten ist das Kopieren vorhandener Genetik, nicht jedoch die Weiterentwicklung. Wobei es in Amerika mit dem Patentschutz auf Pflanzen deutlich strengere Regeln gibt als in Europa. Allerdings sind Züchtungen eine langwierige und teure Angelegenheit. Etwa 15 Prozent des Jahres-Umsatzes geben Saatgutproduzenten für die Zuchtprogramme aus, verweist der Obmann der Saatgut Austria, Michael Gohn, auf die hohen Kosten.

Die ESA befürwortet das Transatlantische Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP). Das TTIP würde bei der Pflanzenzucht "am Ist-Zustand nichts verändern", betonte von Essen.

Die österreichischen Saatgutfirmen machen einen Jahresumsatz von etwa 142 Millionen Euro. Von den erzeugten 96.000 Tonnen Saatgut entfallen 60 Prozent auf Getreide und Mais. Der größte Saatgutproduzent der Welt, der US-Konzern Monsanto, hat einen Jahresumsatz von etwa 15 Milliarden Euro.

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