Wirtschaft 10.06.2014

Hitzewelle bringt Rekord an Sonnenstrom-Erzeugung

Solaranlagen sind dank reichlicher Förderung in Deutschland weit verbreitet. © Bild: REUTERS/VASILY FEDOSENKO

Solarkraftwerke produzierten zu Pfingsten auf Hochtouren. Die Energiewende braucht aber mehr als den Ausbau der Erneuerbaren Energie.

Im deutschen Bundesland Baden-Württemberg haben Sonnenenergieanlagen am Pfingstwochenende drei Mal so viel Strom erzeugt, wie in der Region verbraucht werden konnte. Auch in Bayern und in Österreich konnten die Solarstrom-Erzeuger zu den Feiertagen jubeln. Ihre Anlagen produzieren auf Rekordniveau. In Niederösterreich etwa kamen 5,4 Prozent des Stroms aus Solaranlagen.

Viele Tonnen an CO2-Ausstoß konnten dadurch vermieden werden. Die großen deutschen Stromkonzerne konnten die Steinkohlekraftwerke abschalten und Braunkohlekraftwerke auf eine Auslastung von 60 Prozent drosseln. Doch so schön das für Umweltschützer auch klingen mag, mit dem Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung allein ist die Energiewende nicht zu schaffen. "Der Sonnenstromanteil in Österreich ist immer noch so klein, dass es für den gesamten Strommarkt fast egal ist, ob sie in vollem Rohr arbeiten oder nicht", konstatiert E-Control-Vorstand Walter Boltz.

Der allzu teure Ausbau des Ökostroms wurde in Österreich durch die Deckelung der Förderung vermieden. In Deutschland hingegen wurde grenzenlos gefördert – "ein totaler Wahnsinn", betont Boltz. Dass die Energiewende aber trotz Deckelung der Förderung gelingen kann, zeigt eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes. Studienautor Christoph Resch von brainbows hält dafür zwei Punkte für wichtig: Die Ökoenergien müssen allmählich Marktmechanismen übernehmen. Und die Energieeffizienz muss gesteigert werden.

Energiesparen

Am Mittwoch wird der Ministerrat das Energieeffizienzgesetz beschließen. Dieses schreibt allen Versorgern und Energiehändlern (etwa auch Tankstellen) vor, den Verbrauch jährlich um 0,6 Prozent zu senken. Schaffen sie das nicht, müssen sie Strafe zahlen.

Jürgen Schneider vom Umweltbundesamt sieht in dem Gesetz den einzig richtigen Weg, damit Energie effizienter eingesetzt wird. Die Versorger müssten sich weg vom reinen Energieverkäufer und hin zu Energiedienstleistern entwickeln. "Tun sie das nicht selbst, werden ihnen kleine, wendige IT-Firmen dieses Geschäftsfeld abnehmen", ist er überzeugt.

Erstellt am 10.06.2014