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Groß, größer, XXL: Wie die Hitze den Kühlschrank-Trend bestimmt

Warum Kunden zu immer größeren Kühl- und Gefriergeräten greifen und die lokale Fertigung wieder ein Kaufargument ist.
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Die Hitzewelle in weiten Teilen Europas lässt die Verkaufszahlen von Kühl- und Gefriergeräten in die Höhe schnellen. Bei außergewöhnlich hohen Temperaturen in den Häusern und Wohnungen werden vermehrt Lebensmittel aus dem Küchenregal oder der Speisekammer in den Kühlschrank gegeben – dieser stößt nicht selten an seine Kapazitätsgrenzen.

Davon profitiert auch der größte heimische Anbieter von Gefriergeräten, Liebherr Hausgeräte. „Wir haben derzeit Hochsaison und verkaufen sicher um 30 Prozent mehr Geräte als in den anderen Monaten“, berichtet Robert Ortner, Geschäftsführer Vertrieb der Hausgerätesparte von Liebherr, dem KURIER. Die Hitze würde die Altgeräte massiv fordern und deshalb den Neukauf beschleunigen.

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Robert Ortner, Geschäftsführer Sales Liebherr-Appliances Austria GmbH und Head of Business Area NSEE
(North, South, East Europe)

Generell ist bei Haushaltsgeräten keine Kaufzurückhaltung in Österreich zu spüren. Ortner zeigt sich mit dem bisherigen Geschäftsverlauf in diesem Jahr zufrieden, vor allem das mittel- und höherpreisige Segment laufe sehr stabil. Wie andere Hersteller hat auch Liebherr zu Jahresbeginn die Preise „moderat“ angepasst, allerdings spiele der Preis in diesem Segment keine so zentrale Rolle, weshalb man mit Qualität, Mehrwert wie 10-Jahres-Garantie und Innovationen punkten könne. 

Trend zu XXL-Geräten

Der Trend gehe eindeutig zu großvolumigen Kühlgeräten, um möglichst viele Vorräte darin lagern zu können. „Wir merken, dass es in vielen Familien keine Speis mehr gibt, wo Lebensmittel gelagert werden, und daher spielt auch das Volumen des Kühlschranks eine immer größere Rolle“, erläutert der Manager. Liebherr hat inzwischen XL- und XXL-Einbaukühlschränke im Sortiment. Um noch mehr Platz zu gewinnen, könnten auch die Einbaunischen perfekt ausgenutzt werden.

Made in Austria

Liebherr Hausgeräte mit Sitz in Ochsenhausen (Baden-Württemberg) beschäftigt mehr als 6.000 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Umsatz von rund 1,05 Milliarden Euro. Gefertigt wird hauptsächlich in Europa. Eine wichtige Produktionsstätte befindet sich in Lienz/Osttirol, wo rund 1.300 Mitarbeiter, davon 38 Lehrlinge, beschäftigt sind. Damit zählt das Werk zu den größten Industrieanlagen in Tirol. In Lienz werden jährlich 300.000 Kühl- und Gefriergeräte für den europäischen Markt gefertigt, der Standort wurde erst 2023 um eine neue Lagerhalle erweitert.

Aber wird die lokale Fertigung denn vom Kunden honoriert? „Angesichts der vielen Krisen, die uns in der letzten Zeit erschüttert haben, ist hier schon ein Umdenken bei den Kunden spürbar“, berichtet Ortner. Die Konsumenten würden beim Kauf nachfragen, wo denn produziert werde und wie es mit den Ersatzteilen ausschaue. 

Ersatzteile 15 Jahre lang auf Lager

Bei Liebherr werden die Ersatzteile „bis zu 15 Jahre lang und teilweise auch darüber hinaus“ gelagert, sodass eine Reparatur des Altgerätes lange möglich ist. Das schreibt die EU auch mit der „Recht-auf-Reparatur“-Richtlinie vor. Die Hersteller müssen sicherstellen, dass ihre Geräte reparaturfähig sind und dies auch transparent kommunizieren und Ersatzteile bis zu 10 Jahren verfügbar halten. „Die Reparierbarkeit ist für uns genauso wichtig wie die Qualität unserer Produkte“, sagt Ortner. Der Kunde soll entscheiden, ob er das Gerät repariert oder ein neues kauft.

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Kühlgeräte-Produktion in Lienz/Osttirol

Kreislaufwirtschaft

Liebherr setzt bei Gefriergeräten auch auf neue, entnehm- und wiederverwertbare Materialien wie fein gemahlenes Vulkangestein (Perlit), das mit einer Vakuumisolierung kombiniert wird. Durch eine geringe Wärmeleitfähigkeit werde der Energieverbrauch reduziert, während zugleich noch mehr nutzbares Gefriervolumen bei gleichen Außenmaßen zur Verfügung stehe, erläutert der Manager. Die ersten Perlit-Geräte kommen im September auf den Markt.

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