Wirtschaft
14.12.2011

Heuer 170 Euro mehr vertankt

Im Vergleich zu 2010 musste ein Haushalt mit zwei Autos heuer 170 Euro mehr für Sprit ausgeben, rechnet der ARBÖ vor.

Keine Frage, die Spritpreise befinden sich seit Monaten auf sehr hohem Niveau. Allerdings werden sich die Autofahrer wohl oder übel damit abfinden müssen, eine gegenläufige Tendenz ist mit Blick auf die Entwicklungen auf den internationalen Ölmärkten nicht zu erwarten. Daran wird auch die Entscheidung der OPEC über ihre Öl-Förderquoten nichts ändern.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Ölsorte Brent pendelte in den vergangenen Monaten rund um die 110-Dollar-Marke. Energiemarkt-Experte Neil Atkinson rechnet auch für das kommende Jahr mit Preisen von 100 bis 110 Dollar. „Nur ein totaler Wirtschaftskollaps würde die Ölpreise signifikant abstürzen lassen.“

Diesel teurer

Ein heimischer Haushalt mit je einem Diesel- und einem Benzin-Fahrzeug musste heuer rund 170 Euro mehr für Sprit zahlen als 2010, rechnet der ARBÖ vor. Eurosuper verteuerte sich im Jahresvergleich um durchschnittlich 15 Cent je Liter, Diesel gar um 20 Cent.

Seit Mitte November müssen Dieselfahrer erstmals seit Februar 2009 mehr für den Liter Sprit zahlen als Benzinauto-Besitzer. „Das Spritjahr 2011 wird nach unseren Aufzeichnungen das teuerste Jahr aller Zeiten“, ergänzte der ÖAMTC.

Im österreichweiten Durchschnitt kostete Diesel am Mittwoch 1,36 Euro, der Liter Superbenzin 1,34 Euro. Angesichts der herannahenden Weihnachtsfeiertage steht nun zu befürchten, dass die Mineralölkonzerne die Preise noch weiter nach oben schrauben. Auch wenn ARBÖ-Sprecher Thomas Woitsch nicht unbedingt damit rechnet – sicherheitshalber appelliert er in Richtung der Ölkonzerne, diesmal wirklich auf einen Feiertagszuschlag zu verzichten.

Die Arbeiterkammer kritisiert indes den mangelnden Wettbewerb bei Autobahntankstellen. Insgesamt gebe es auf heimischen Autobahnen und Schnellstraßen 89 Tankstellen, aber nur vier Anbieter (OMV, ENI/Agip, Shell, BP). Das führe zu viel zu hohen Einheitspreisen. Stichproben hätten ergeben, dass auf der Westautobahn zum Erhebungszeitpunkt elf von 13 Tankstellen die identen Preise verlangten. Auf der Inntal- bzw. der Tauernautobahn waren es jeweils fünf von sechs Tankstellen.

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AK-Präsident Herbert Tumpel fordert, dass die Asfinag bei der Standortvergabe für Tankstellen darauf achten solle, dass die Konkurrenz und Markenvielfalt auf den Autobahnen ausgebaut wird.

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