Wiener Börse sollte 2017 besser sein als die Konkurrenz.

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Börse
12/19/2016

Gute Aussichten für Aktien

Erste Group erwartet für den Wiener Leitindex ATX 2017 plus 7 Prozent.

von Irmgard Kischko

Fast null Zinsen auf Sparbüchern und Anleihen, weitere Erholung der Konjunktur, steigende Gewinne der Unternehmen und nach wie vor "billige" Aktien: Bei diesem Umfeld, das die Kapitalmarktexperten der Erste Group für das Jahr 2017 sehen, sollte für Anleger eigentlich nichts mehr schiefgehen. Die Devise zum Jahresende lautet also: "Kauft Aktien".

"Ja, das Umfeld dafür ist momentan günstig", sagt Fritz Mostböck, Leiter des Bereichs Group Research der Bank. Risiken gebe es allerdings auch. Vor allem von der Politik – Stichwort: Wahlen in Frankreich – gingen weltweit Unsicherheiten aus. "Es wird daher volatil werden an den Börsen", betont der Erste Group-Experte.

Die Wiener Börse sieht er als klaren "Outperformer" gegenüber den internationalen Aktienmärkten. Plus sieben Prozent beim ATX sollten bis Ende 2017 drin sein, lautet die Erwartung. Besser sei Wien wegen seiner engen Verflechtung mit Osteuropa. Ein Drittel der Umsätze der im Wiener ATX-Segment notierten Unternehmen werde im Osten erwirtschaftet. Und diese mittel- und osteuropäischen Länder stünden jetzt viel besser da als vor der Finanzkrise 2008, ihre Wachstumsaussichten seien viel höher als jene der westeuropäischen Staaten.

Große Umschichtung

Der Rat Aktien zu kaufen, gilt aber nicht für alle Titel. "Es findet eine Sektor-Rotation statt", betont Christoph Schultes, Senior Analyst der Erste Group. Banken, Versicherungen und zyklische Industrietitel seien jetzt jene Aktien, die gefragt seien. Immo-Titel (mit Ausnahmen wie etwa CA Immo oder s-Immo) und Konsumgüter-Werte rutschten ans untere Ende der Liste von attraktiven Aktien.

An der Wiener Börse gibt Schultes für Raiffeisen Bank International (RBI) und Industrietiteln wie Andritz, AT&S, Palfinger und Polytec eine Kaufempfehlung ab. Die Post-Aktie sei aus Sicht der hohen Dividendenrendite attraktiv, ähnliches gilt für die UNIQA. Interessant seien auch Bau-Aktien: Porr stellen die Erste Group-Analysten auf "kaufen", für die Strabag haben sie derzeit keine Empfehlung. Die Einschätzung des Unternehmens werde zur Zeit überarbeitet.

Eine klare Verkaufsempfehlung hat die Erste Group nur für zwei Titel: OMV und Wolford.

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