© REUTERS/CHINA STRINGER NETWORK

Wirtschaft
12/07/2020

Große Nachfrage nach Waren aus China sorgt für Engpässe

Elektronik, Sportartikel, Spielzeug und Mode sind heiß begehrt, aber der Nachschub stockt. Dies dürfte noch länger anhalten.

von Robert Kleedorfer

Wer jetzt noch auf Warenlieferungen aus China für das Weihnachtsfest wartet, könnte bitter enttäuscht werden. Denn die Nachfrage nach chinesischen Produkten ist derart groß, dass nicht nur die Hersteller zum Teil mit der Produktion nicht nachkommen. Es mangelt zudem in erster Linie an Transportkapazitäten. Das berichtet das Handelsblatt.

Demnach bleibt etwa in Schanghai derzeit jeder vierte Container stehen, weil die Frachter ausgebucht seien. Laut dem Bericht gibt es aber auch zu wenig frei verfügbare Container, was zum Teil auf eine Corona-bedingte langsamere Abwicklung in den Häfen zurückzuführen ist. Daher würden seit rund zwei Wochen Aufschläge beim Mieten verlangt.

Logistiker würden daher versuchen, auf die Bahn oder aufs Flugzeug auszuweichen. Doch pro Zug könne zwischen Asien und China nur rund 80 Container transportiert werden, per Schiff seien es 24.000. Manche Spediteure würden sogar auf Lkw ausweichen, doch diese Variante sei vier Mal so teuer wie ein Schiffstransport.

Einen Engpass in dieser Form habe es noch nie gegeben, alle Routen seien betroffen. Konkret zu spüren ist dieser bei elektronischen Waren wie Notebooks und Spielekonsolen, aber auch bei Spielwaren, Sportartikel sowie Modeerzeugnisse. Selbst Gigant Amazon habe Probleme bei der Warenbeschaffung. Mit einer Besserung der Lage wird erst nach dem chinesischen Neujahrsfest am 12. Februar gerechnet.

Starker Außenhandel

Die chinesischen Exporte stiegen im November unerwartet stark um 21,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, wie der chinesische Zoll am Montag berichtete. Die Importe blieben hingegen kletterten nur um 4,5 Prozent nach oben. Der Handelsüberschuss stieg damit kräftig um 102,9 Prozent auf 75 Milliarden US-Dollar (61,68 Mrd. Euro).

Mit einem Zuwachs um insgesamt 13,6 Prozent trägt der Außenhandel noch stärker als erwartet zur Erholung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft bei. Da das Land das Coronavirus seit dem Sommer weitestgehend im Griff hat, haben sich die wirtschaftlichen Aktivitäten auch wieder normalisieren können.

Wieder Wachstum

Während der Rest der Welt eine Rezession erlebt, wird China als einzige große Volkswirtschaft in diesem Jahr auch wieder ein Wachstum verzeichnen. Es wird mit einem Plus von 2,0 bis 2,2 Prozent gerechnet. Wichtige Frühindikatoren deuten darauf hin, dass das Wachstum im vierten Quartal 5,5 Prozent überschreiten könnte.

Einige chinesische Experten sprechen sogar von mehr als sechs Prozent Wachstum, was den Zielen der Führung in Peking entspricht. Im dritten Quartal waren es schon 4,9 Prozent. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt ein Wachstum der chinesischen Wirtschaft von 8,2 Prozent für 2021 voraus.

Yuan legt zu

Trotz des Ausfuhrbooms haben die Exporteure Sorgen. Denn der chinesische Yuan hat in den vergangenen sechs Monaten stark zugelegt. Sie befürchten, dass Profite und Exportaufträge unter Druck geraten könnten. Fast jeder fünfte Exporteur (18,8 Prozent) glaubt an negative Auswirkungen, wie die australische ANZ Bank in einer Umfrage unter Managern hervorhob. Der Yuan wird gegenwärtig zum Dollar auf dem höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren gehandelt.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.