Wirtschaft
05.12.2011

Griechenland hat 360,3 Mrd. Euro Schulden

Der griechische Schuldenberg ist weiter angewachsen. Die Verschuldung der Hellenen liegt aktuell bei 165,3% des BIP.

Der griechische Schuldenberg ist bis Ende September weiter angewachsen. Der neue Schuldenstand von 360,3 Mrd. Euro entspreche 165,3 Prozent des griechischen Bruttoinlandsproduktes (BIP), teilte das griechische Finanzministerium am Dienstag in Athen mit. Davon müssten 220 Mrd. Euro innerhalb der kommenden sechs Jahren zurückgezahlt werden. Die Zahlen zeigten, wie wichtig ein Schuldenschnitt von 50 Prozent auf freiwilliger Basis für griechische Anleihen sei, hieß es in der griechischen Finanzpresse.

Wie das Finanzministerium weiter mitteilte, muss Griechenland allein bis September 2012 rund 52 Mrd. Euro zurückzahlen. Zurzeit verhandelt das Land mit Bankenverbänden über einen Schuldenschnitt für die Hälfte seiner Staatsanleihen.

Unterdessen kündigte der Dachverband der Gewerkschaft des privaten Sektors (GSEE) einen neuen 24-stündigen Streik für den 1. Dezember an. Vor allem im Bereich Verkehr wird mit Behinderungen gerechnet. Am Dienstag legten die U-Bahn-, Stadtbahn- sowie die Straßenbahnfahrer von Athen die Arbeit für vier Stunden nieder.

Hilfszahlungen

Nach den Worten von EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy ist die Eurozone zu weiteren Hilfen für das krisengeschüttelte Griechenland bereit. Die Eurogruppe, das Gremium der Euro-Finanzminister, sollte bei ihrem nächsten Treffen am 29. November in der Lage sein, die nächste Kreditauszahlung von acht Milliarden Euro aus dem alten Hilfsprogramm an Athen freizugeben. Das sagte der Belgier am Montagabend in Brüssel nach einem Treffen mit dem neuen griechischen Ministerpräsidenten Lucas Papademos.

"Das griechische Volk hat schon viele Anstrengungen unternommen", sagte Van Rompuy. "Es muss aber noch mehr gemacht werden, um Stabilität, Vertrauen und Wachstum wiederherzustellen."

Die Eurogruppe fordert bisher für die weitere Auszahlung von Geldern schriftliche Zusicherungen der politisch Verantwortlichen im Land. Van Rompuy ging darauf im Detail nicht ein. Der Chef der griechischen Konservativen, Antonis Samaras, verweigert bisher ein schriftliches Bekenntnis zum Festhalten an der Sparpolitik.

Van Rompuy forderte in der Eurokrise alle Mitgliedstaaten auf, sich an Spar- und Reformzusagen zu halten. Gleichzeitig müssten die EU-Institutionen alles in ihrer Macht stehende tun, um die Stabilität der Eurozone zu sichern. Das ist die diplomatische Umschreibung einer Aufforderung an die Europäische Zentralbank, mit ihren Anleihekäufen fortzufahren.

Griechenland weitet Staatsgarantien für Banken aus

Griechenland will die Garantien für die Banken des Landes ausweiten. Künftig stünden den Instituten 60 Mrd. Euro zur Verfügung, sagte Finanzminister Evangelos Venizelos am Montag. Bisher übernahm der griechische Staat die Garantie über 30 Mrd. Euro.

Griechenlands Banken haben seit dem Beginn der Schuldenkrise quasi keinen Zugang zu den Märkten mehr. Um dennoch liquide zu bleiben, leihen sie sich Geld von der griechischen Zentralbank. Diese habe um die höheren Garantien gebeten, erklärte Venizelos. Dies habe jedoch nichts mit der notwendigen Rekapitalisierung der Banken nach dem geplanten Anleihetausch zu tun.

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