© REUTERS/Leonhard Foeger

Wirtschaft
05/28/2021

Goldpreis: Warum Experten für heuer ein Allzeithoch erwarten

Seit April ist der Kurs des Edelmetalls nach einem Zwischentief dank eines "monetären Klimawandels" im Aufwind.

von Robert Kleedorfer

Erstmals seit Jänner notiert der Goldpreis wieder über der 1.900-Dollar-Marke. Auch in anderen Währungen ist das Zwischentief von März vergessen (aktuell rund 1.550 Euro je Unze). „Die Verschnaufpause ist beendet und Gold kann nun wieder seinen Aufstieg fortsetzen“, sagt Ronald-Peter Stöferle. Gemeinsam mit Mark Valek präsentierte er am Donnerstag den „In Gold We Trust“-Report des Liechtensteiner Vermögensverwalters Incrementum, der bereits seit 15 Jahren erscheint.

Laut den beiden Experten stehen dem Edelmetall bzw. den Besitzern weiterhin glänzende Zeiten bevor. Nachdem schon im Vorjahr das Allzeithoch bei knapp 2.000 Dollar erzielt wurde, könnte der Kurs heuer auf bis zu 2.100 Dollar klettern. Die Wahrscheinlichkeit dafür liege aufgrund der Erwartungen am Goldoptionsmarkt bei 45 Prozent.

Nach aktueller Kaufkraft wäre das noch immer unter dem Jahr 1980, als er plötzlich auf 850 Dollar schoss, heute umgerechnet 2.700 Dollar, so Stöferle. Daher sieht er bei 2.100 Dollar noch lange nicht Schluss. Bis 2030 könnten es 4.800 Dollar sein. Doch was spricht nach dem baldigen Ende der Pandemie – die Gold schon im Vorjahr plus 25 Prozent (in Dollar) bzw. 14,7 Prozent (in Euro) nach oben trieb – für eine weitere Rallye bei Gold?

„Die Inflation“, wie beide Experten meinen. „Die erhöhten Teuerungsraten sind nicht temporär, wie uns die Notenbanken erzählen. Die Realzinsen werden auf Jahre hin im negativen Terrain bleiben. Wir befinden uns in einem monetären Klimawandel.“

Flucht in Sachwerte

Daher komme es zu einer starken Flucht in Sachwerte. „Wir könnten vor einem Superzyklus stehen.“ Denn Gold gilt historisch betrachtet als Inflationsschutz. Das Edelmetall hat demnach immer einen gewissen Wert, egal, wie sehr die Geldentwertung voranschreitet.

Und eine nachhaltige Zinswende ist laut Stöferle wegen der hohen Schuldenniveaus in vielen Staaten unwahrscheinlicher denn je. „Eher gewinnt Rapid die Champions League, als wir hohe Realzinsen sehen werden“, sagt der Anhänger des Wiener Rekordmeisters. Das Umfeld für Gold sei somit gut.

Ende der Rezession

Beachtenswert sei, ergänzt Valek, dass es schon am Ende der Rezession eine erhöhte Inflation gebe; normal seien relevante Preissteigerungen in wirtschaftlichen Hochphasen. Der Inflationszyklus stehe also erst am Anfang.

Gegensteuern könnten die Notenbanken mit Zinserhöhungen aber dieses Mal nicht, eben wegen der hohen Staatsschulden. Im Gegenteil, weist Valek hin: nach der US-Notenbank könnte auch die EZB das Inflationsziel (von knapp zwei Prozent) bald verwässern, um sich so vor einer Zinsanhebung zu drücken.

Gute Zeit für Silber

Den Edelmetall-Anlegern kann dies nur recht sein. Neben Gold könnte Stöferle zufolge übrigens auch Silber vor einem guten Jahr stehen. Seit Ende 2015 steigt der Kurs und ein Ende sei noch lange nicht in Sicht.

Ebenfalls im Aufwind seien Minenaktien, die 2020 ihr profitabelstes Jahr in der Geschichte hatten. „Die Bilanzen sind makellos, es werden mehr Dividenden ausgeschüttet und die Bewertungen sind günstig“, so Stöferle, der als Beispiele die Konzerne Newmont und Barrick nennt.

Der gesamte Report kann unter www.incrementum.li heruntergeladen werden.

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