Anleger greifen vermehrt zu Gold

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
12/26/2020

"Gold gibt den Menschen in der Krise Sicherheit"

Österreichische Münzen sind in diesem Jahr so gefragt wie nie zuvor.

von Johannes Arends

In den Tagen vor Weihnachten bot sich jeden morgen am Wiener Heumarkt ein und dasselbe Bild: Vor dem Hauptgebäude der Münze Österreich, der bedeutendsten Prägeanstalt des Landes, standen die Menschen Schlange.

Um zu große Menschenansammlungen im Hauptgebäude selbst zu vermeiden, ist extra für die Weihnachtszeit draußen ein eigener Geschenkshop aufgebaut worden.

Die Münze Österreich ist nicht nur für die Prägung der österreichischen Euro-Münzen zuständig, sie produziert auch hochwertige Anlagemünzen wie den berühmten Wiener Philharmoniker oder die Neujahrsmünze. Geprägt werden die vor allem in purem Gold, aber es gibt auch Produkte aus Silber oder Platin.

Rekordumsatz im März

Schon seit vielen Jahren sind Goldgeschenke vor allem in der Weihnachtszeit gefragt, doch im Jahr der Corona-Krise ist die Nachfrage schon deutlich früher gewaltig gestiegen. “Gold gibt den Menschen Sicherheit“, sagt eine Unternehmenssprecherin zum KURIER. “Wir haben daher in diesem Krisenjahr so viele Anlagemünzen wie zuletzt zu Beginn der Finanzkrise 2008 verkauft.“

Als wohl wichtigste “Krisenwährung“ der Welt steigt die Goldnachfrage - und damit auch der Preis - meist an, wenn die Stimmung am Aktienmarkt schlecht ist. So war es auch in diesem Jahr. Auch wenn er Mitte März noch etwas schwankte, stieg der Goldpreis in den Folgemonaten rasant an, bis er am 6. August das historische Rekordhoch von 1.742 Euro pro Unze erreichte. Aktuell ist eine Unze immerhin noch knapp 1.500 Euro wert.

Der Trend erklärt, warum trotz der Weihnachtssaison der März 2020 der umsatzstärkste Monat in der jahrhundertealten Geschichte der Münze Österreich bleibt. Sie wurde angeblich gegründet, nachdem der Babenberger Herzog Leopold im 12. Jahrhundert den englischen König Richard Löwenherz entführt und dieser sich mit rund 12 Tonnen Silber freigekauft hatte.

In den folgenden knapp 800 Jahren hat sich viel getan: Das ehemalige Hauptmünzamt ist inzwischen eine Aktiengesellschaft und als solche zu hundert Prozent im Besitz der Nationalbank. Damit kommt der Gewinn des Unternehmens auch dem Staatsbudget zugute. Der Wiener Philharmoniker ist schon seit Längerem zur gefragtesten Münze in Europa und Japan aufgestiegen.

Ein Rekordanstieg an Online-Verkäufen, angetrieben von der Sorge um eine globale Pandemie, sorgte dafür, dass er im zweiten Quartal 2020 sogar die gefragteste Münze weltweit war – und sich der Trubel um österreichisches Gold wohl noch mindestens bis zum Jahresende fortsetzen wird.

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