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Übernahme
07/17/2015

Glücksspiel: bwin.party um 1,29 Mrd. Euro verkauft

Konkurrent 888 Holdings schluckt bwin.party, bwin-Aktionär Hannes Androsch war gegen Übernahme.

von Kid Möchel

Der österreichisch-britische Glücksspielanbieter bwin.party digital entertainment geht an den börsennotierten Konkurrenten 888 Holdings. Der Konzern habe vereinbart, bwin.party für 900 Millionen Pfund, umgerechnet 1,290 Milliarden Euro zu kaufen, teilte 888 Holdings am Freitag mit. Der Kaufpreis soll in bar und in Aktien bezahlt werden. 888 Holdings setzte sich gegen ein 908 Millionen Pfund (1,3 Milliarden Euro) schweres Angebot von GVC Holdings durch.

Die 888 Holdings plc, die Dachgesellschaft der 888-Gruppe, wurde im Jahre 1997 in Israel gegründet und ist lizenziert und reguliert von der Regierung in Gibraltar, wo sich auch der Hauptsitz der 888 Gruppe befindet. Seit September 2005 ist die 888 Holdings PLC am Londoner Börse gelistet. Chef der 888-Gruppe ist Gigi Levy. Auch bwin.party digital entertainment hat seinen Sitz in Gibraltar und ist an der London Stock Exchange notiert.

Das Angebot von 888 Holdings beläuft sich auf 104,09 Pence je bwin.party-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von gut 16 Prozent gegenüber Mitte Mai, als die Verhandlungen beider Unternehmen begannen. Das Offert besteht aus 39,45 Pence in bar und 0,404 neue 888-Aktien pro bwin-Papier.

Nach Abschluss des Deals werden die bwin-Aktionäre den Angaben zufolge 48,9 Prozent des fusionierten Unternehmens besitzen. 888Holdings ist an der Londoner Börse 572 Millionen Pfund (819,36 Mio. Euro) wert, bwin.partys Marktkapitalisierung beträgt 848 Millionen Pfund (1,214 Milliarden Euro).

Übernahme empfohlen

Laut Reuters hatte 888 Holdings im Mai erklärt, dass bwin-Aktionäre, die zusammen 59 Prozent der Anteile halten, sich verpflichtet hätten, für die Transaktion zu stimmen. bwin.party teilte am Freitag mit, das Übernahmeangebot zu empfehlen.

Mit der Übernahme kann der fusionierte Konzern künftig mehr Produkte anbieten und zudem Kosten einsparen. Die Synergien sollen bis 2018 mindestens 70 Millionen Dollar (64,41 Mio. Euro) jährlich betragen. Die Glücksspielbranche steht unter Druck, weil die Steuerbelastung und die Auflagen der zuständigen Behörden zunehmen.

Minus von sechs Prozent

Außerdem müssen viele Anbieter mehr Geld in die Technologie und Werbung stecken. bwin.party hat im ersten Quartal 2015 mit 155,3 Millionen Euro umgesetzt, das ist ein Minus von sechs Prozent. Die Zahl der aktiven Spielertage ging ebenso um elf Prozent zurück wie jene der Kunden, die täglich zocken.

24 Mio. für Teufelberger

Im Sportwetten-Bereich haben Kunden zwar mehr Wetten platziert, für bwin.party haben ungünstige Fußballergebnisse aber die Gewinnmarge gedrückt. Laut einem früheren Bericht des britischen „Telegraph“ könnte bwin.party-Chef Norbert Teufelberger bei einem Verkauf mindestens 17 Millionen Pfund kassieren. Das sind umgerechnet 24,35 Millionen Euro

Der Österreicher Teufelberger hält demnach 13,3 Millionen Aktien, die laut Berechnung des kanadischen Online-Pokeranbieters Amaya und der GVC rund 17 Millionen Pfund wert sind. Teufelberger soll dem 888-Management künftig beratend zur Seite stehen, geht aus den Angebotsunterlagen hervor. Darin werden ihm allerdings nur knapp 12,2 Millionen Aktien zugerechnet, das ist ein Anteil von 1,47 Prozent an bwin.party.

Hannes Androsch hält vier Prozent

Gegen eine Übernahme hat sich zuletzt der Industrielle Hannes Androsch ausgesprochen. Androsch, der etwa vier Prozent der bwin-party-Aktien hält, sagte, er sei „nicht so scharf darauf“, dass die Firma von anderen Investoren übernommen wird.

„Ich bin dafür, das wir alleine weitertun“, sagte Androsch Ende Mai im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien. Die österreichisch-britische bwin.party digital entertainment plc mit Börsennotiz in London hat sich 2014 selbst zum Verkauf gestellt. Der Vorläufer, das Wiener Internet-Start-up betandwin, war 1997 von Manfred Bodner und dem nunmehrigen bwin.party-Chef Nobert Teufelberger gegründet worden. Betandwin heißt seit 2006 bwin und fusionierte 2011 mit der britischen PartyGaming.
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