FILE PHOTO: 3D printed Lady Justice figure is seen in front of displayed Apple and Epic Games logos in this illustration photo

┬ę REUTERS / Dado Ruvic

Wirtschaft

Apple muss Entwicklern im App Store entgegenkommen

Gericht sieht Apple nicht als Monopolisten, stellte jedoch wettbewerbswidriges Verhalten fest.

09/10/2021, 08:21 PM

Im Streit ├╝ber die gesch├Ąftlichen Spielregeln im Apple App Store hat der iPhone-Konzern eine rechtliche Niederlage hinnehmen m├╝ssen. Nach einem Urteil eines Bundesgerichts in Oakland (Kalifornien) muss Apple den Entwicklern bei den Bestimmungen zur Bezahlung der Apps und Services entgegenkommen. Gegen das Urteil k├Ânnen Rechtsmittel eingelegt werden.

Einstweilige Verf├╝gung

In dem Verfahren Apple gegen den Spiele-Entwickler Epic urteilte Richterin Yvonne Gonzalez Rogers, dass Apple den Entwicklern nicht verbieten k├Ânne, in ihren Apps Schaltfl├Ąchen oder Links einzubauen, die Kunden auf andere Zahlungsm├Âglichkeiten au├čerhalb des Apple-eigenen In-App-Kaufsystems verweisen. Das Urteil besagt auch, dass Apple den Entwicklern nicht verbieten k├Ânne, mit Kunden ├╝ber Kontaktinformationen zu kommunizieren, die die Entwickler bei der Anmeldung innerhalb der App erhalten haben.

Rogers gab einer von Epic beantragten einstweiligen Verf├╝gung statt, verurteilte den Spielehersteller aber auch zur Zahlung von Schadenersatz an Apple in H├Âhe von vier Millionen Dollar. Das Gericht widersprach gleichzeitig der Auffassung von Epic, dass Apple ein kartellrechtlicher Monopolist auf dem Teilmarkt f├╝r mobile Spieltransaktionen sei. Rogers stellte jedoch fest, dass das Verhalten von Apple bei der Durchsetzung von bestimmten Beschr├Ąnkungen wettbewerbswidrig sei.

Erfolg

Kern des Streits zwischen Entwicklern wie Epic sind die Provisionen, die Apple in seinem App Store verlangt, n├Ąmlich 15 beziehungsweise 30 Prozent des Umsatzes. Epic wollte auch das Monopol zur Installation von Apps zu Fall bringen. Das wurde aber nicht angeordnet. Bisher erlaubt Apple auf dem iPhone und iPad nur die Installation von Programmen ├╝ber den App Store.

Apple interpretierte das Urteil trotz der einstweiligen Verf├╝gung als Erfolg. "Heute hat das Gericht best├Ątigt, was wir schon immer wussten: Der App Store verst├Â├čt nicht gegen das Kartellrecht." Das Gericht habe auch festgestellt, dass "Erfolg nicht illegal" sei. "Apple ist in jedem Segment, in dem wir t├Ątig sind, einem harten Wettbewerb ausgesetzt, und wir glauben, dass sich Kunden und Entwickler f├╝r uns entscheiden, weil unsere Produkte und Dienstleistungen die besten der Welt sind." Man werde sich weiter daf├╝r einsetzen, dass der App Store ein sicherer und vertrauensw├╝rdiger Marktplatz sei.

Epic-Chef Tim Sweeney kommentierte das Apple-Statement auf Twitter: "Das heutige Urteil ist weder f├╝r Entwickler noch f├╝r Verbraucher ein Gewinn. Epic k├Ąmpft f├╝r einen fairen Wettbewerb zwischen In-App-Zahlungsmethoden und App Stores f├╝r eine Milliarde Verbraucher." Das Epic-Spiel Fortnite werde in den iOS App Store zur├╝ckkehren, wenn Epic bei den In-App-Zahlungen in fairem Wettbewerb mit dem Apple-System eine Zahlungsmethode anbieten k├Ânne, bei dem die Einsparungen an die Verbraucher weitergegeben werden k├Ânnten.

Nicht rechtskr├Ąftig

Nach dem Urteil gab die Apple-Aktie um rund 2,5 Prozent nach. Die Investoren waren sich offenbar unsicher, welche Auswirkungen das noch nicht rechtskr├Ąftige Urteil auf die k├╝nftigen Apple-Bilanzen haben wird.

Epic hatte Apple im August 2020 geklagt, nachdem der iPhone-Hersteller Fortnite aus seinem App Store entfernt hatte. Zuvor hatte die Spieleschmiede heimlich einen Code in seine App eingebaut, um die Zahlung der Provisionen an Apple zu umgehen. Epic verlangte in Kalifornien eine gerichtliche Verf├╝gung, um Apples "illegale Wettbewerbsbeschr├Ąnkungen" zu unterbinden.

Epic, das im vergangenen Jahr mit Fortnite mehr als 5 Milliarden Dollar eingenommen hat, geht auch in der EU, in Gro├čbritannien und in Australien mit Klagen gegen Apple vor. Au├čerdem klagte der Spielehersteller den Internetkonzern Google wegen ├Ąhnlicher Gesch├Ąftsmodelle im Google Play Store.

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