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Landwirtschaft
06/10/2014

Genmais-Streit: Bestimmt jedes EU-Land bald selbst?

Maisanbau: Einigen sich EU-Umweltminister, könnte Österreich Gentechnik dauerhaft verbannen.

Es wäre - zumindest aus österreichischer Sicht - ein lang ersehnter Durchbruch: Nach Einschätzung mehrerer Diplomaten werden sich die EU-Umweltminister am Donnerstag auf die Selbstbestimmung der Mitgliedstaaten beim Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) einigen, berichtet das Wirtschaftsblatt in seiner Onlineausgabe. Der Schwenk der Briten mache dies möglich, heißt es weiter. Lange Zeit hatten Großbritannien mit Deutschland und Frankreich blockiert, weil sie darin einen Verstoß gegen den Binnenmarkt und WTO-Regeln sahen.

Frankreich

Bereits Anfang Mai 2014 hat das französische Parlament endgültig ein Anbauverbot für Genmais verabschiedet, das insbesondere auf die Sorte MON810 des US-Agrarriesen Monsanto abzielt. Um diesen ausgesäten Genmais tobt ein erbitterter Kampf zwischen Gegnern und Befürworten von Gentechnik in der Landwirtschaft.

MON810 ist der einzige Genmais, dessen Anbau in Europa derzeit generell zugelassen ist. Österreich hat allerdings wie einige andere EU-Staaten ein nationales Anbauverbot für diese Sorte erlassen. Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) zeigte sich in jüngster Zeit optimistisch über nationale GVO-Anbauverbote.

Genmais 1507

Besonders umstritten ist zudem auch der Genmais 1507. Er ist resistent gegen bestimmte Pflanzenschutzmittel und produziert ein eigenes Insektengift. Als bedeutendster Maisschädling gilt der Maiszünsler. Das notwendige Gen der vom US-Hersteller Dupont Pioneer entwickelten Pflanze stammt von Bakterien.

Umweltschützer kritisieren, dass das in großen Mengen produzierte Gift vor allem Schmetterlinge gefährde. Zudem sei unklar, in welchem Umfang das Gift über den Genmais ins Erdreich gelangen könne. Demnach ist der Mais auch gegen das "hochgradig toxische" Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat resistent.

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