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Wirtschaft

"Frauen sind am Kapitalmarkt kaum aktiv"

Laut einer Umfrage bleiben weibliche Anleger dem Sparbuch und dem Bausparer treu. Von Fondssparen halten sie nur wenig.

von Robert Kleedorfer

08/31/2021, 08:45 AM

Dass Österreich kein Land der AktionĂ€re ist, hat sich bereits herumgesprochen. Doch bei genauerer Betrachtung tun sich grĂ¶ĂŸere Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf. Nur elf Prozent der Österreicher besitzen Anteile an Investmentfonds. Bei Frauen sind es nur sieben, bei MĂ€nnern immerhin 14 Prozent. Das zeigt eine Spectra-Umfrage im Auftrag der Raiffeisen KAG unter 2.212 Befragten.

Noch deutlicher sind die Unterscheide bei Investments in Einzelaktien (8 zu 21 Prozent), Edelmetallen (13 zu 19 Prozent) und Fondssparen (14 zu 23 Prozent). Das Bild dreht sich dann, wenn es konservative und verlustbringende Anlageformen geht. Dem Sparbuch halten 55 Prozent der Frauen die Treue, MĂ€nner nur 50 Prozent. Einen Bausparer besitzen 42 Prozent der Frauen und 37 Prozent der MĂ€nner.

Inaktiv

„Frauen sind am Kapitalmarkt kaum aktiv“, bedauert Ingrid Szeiler, Chief Investment Officer in der Raiffeisen KAG. 36 % aller befragten Frauen (MĂ€nner 25 Prozent) wĂŒrden ein Investment in einen Fonds ĂŒberhaupt ausschließen. „Das ist ernĂŒchternd. Frauen sollten ein bissl mutiger werden. Sie lassen die Chancen der KapitalmĂ€rkte einfach liegen.“

Es gelte das Bewusstsein zu schĂ€rfen, Geld in riskantere Anlagen zu investieren. NatĂŒrlich könne kurzfristig am Kapitalmarkt Geld verloren gehen, doch langfristig sei es die bessere Alternative. Es gehe dabei auch um die Pension, die im Durchschnitt geringer als jene der MĂ€nner sei.

Entmystifizierung

Christiane Flehberger, Leiterin des Institutionellen KundengeschĂ€fts bei der Raiffeisen KAG, sieht dazu zwei AnsĂ€tze. „Unsicherheit und Unwissen sind die HauptgrĂŒnde fĂŒr die ZurĂŒckhaltung.“ Daher gelte es, vor allem bei jĂŒngeren Generationen die Finanzbildung zu intensiveren. „Es geht um die Entmystifizierung des Themas. Es ist nichts, vor dem man Angst haben muss.“

Zweite Stoßrichtung sei das Thema Nachhaltigkeit. „Frauen haben hier einen grĂ¶ĂŸeren Anspruch“, sagt Flehberger, was auch die Umfrage belegt. Doch wĂ€hrend 91 Prozent angeben, dass Nachhaltigkeit fĂŒr sie im Alltag sehr wichtig oder wichtig sei, wĂŒrden nur 13 Prozent Geld in Form von nachhaltigen Fonds anlegen.

Bewusstschein schaffen

„Das wollen wir Ă€ndern. Wir wollen Bewusstsein dafĂŒr schaffen, dass Menschen gerade beim Anlegen und Vorsorgen viel bewirken können. Denn hier geht es darum, gemeinsam Finanzströme umzulenken und verantwortungsvolles Wirtschaften sowie nachhaltige Produkte zu fördern“, so Flehberger.

Mit 50 Euro pro Monat könne man mit einem ĂŒberschaubaren Betrag ĂŒber einen Fondssparplan nachhaltig vorsorgen. Das wĂ€re auch mit geringeren Einkommen machbar und von der Höhe her kein Unterschied zu Bausparen. Mit einem gemischten Fonds ließen sich die Risiken zudem stĂ€rker streuen. „Und bezĂŒglich Rendite gibt es keinen Unterschied zu normalen Fonds.“

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