Arbeitnehmerinnen werten es den ÖGB-Frauen zufolge oftmals nicht als Arbeitszeit, wenn sie von unterwegs oder zuhause noch Arbeit erledigen.

© APA/JENS KALAENE

Arbeitszeit
03/05/2014

Frauen rutschen oft unbemerkt in 70-Stunden-Woche

Dank Smartphone & Co verschiebt sich die Arbeitszeit immer häufiger in die Freizeit. Der ÖGB schlägt Alarm.

von Daniela Wahl

Immer öfter schummelt sich Arbeitszeit unauffällig in die Freizeit der heimischen Arbeitnehmerinnen. Ermöglicht wird dieser Umstand durch Smartphone, Tablet und Laptop. Die ÖGB-Frauen fordern deshalb anlässlich des diesjährigen Frauentages eine Neudefinition der Vollzeitarbeit.

"Wir sind Überstunden-Weltmeister"

"In Österreich sind wir Überstunden-Weltmeister, wir arbeiten wie kein anderes europäisches Land mit Überstunden", so ÖGB-Frauenvorsitzende Sabine Oberhauser. Aus ihrer Sicht brauche es eine Neudefinition der Vollzeitarbeit und eine Diskussion über die 40-Stunden-Woche, denn: "Mit Smartphone und Computer verschiebt sich die Arbeitszeit total in die Freizeit hinein."

"Fließender Übgergang"

Dies geschehe von vielen unbemerkt und so komme man schnell auf eine 60- oder 70-Stunden-Arbeitswoche. Oberhauser spricht von einem "fließenden Übergang", da die Arbeitnehmer es oft nicht als Arbeitszeit werten, wenn sie zuhause oder in der U-Bahn noch schnell Arbeit online erledigen.

Neudefinition der 40-Stunden-Woche

Durch die Neudefinition und die Einhaltung der 40-Stunden-Woche ließen sich Jobs schaffen. 180.000 neue Arbeitsplätze könnten es laut Oberhauser durch den Abbau von Überstunden sein. Es sei auch davon auszugehen, dass dadurch mehr Frauen in Vollzeitjobs kämen.

Weitere Schwerpunktthemen der ÖGB-Frauen sind auch das Pensionskonto und der Bereich Migration/Integration. Auf der Agenda haben sie darüber hinaus die Weiterentwicklung der Einkommensberichte für mehr Transparenz. Dabei geht es Oberhauser nicht nur darum, auch kleinere Betriebe mit der Pflicht zur Berichtslegung zu erfassen, sondern vor allem um die bessere Lesbarkeit für Betriebsräte.

Kein Schutz für "schwarze Schafe"

Derzeit gebe es etwa Verzerrungen durch Sonderzahlungen, das soll sich künftig verbessern, forderte die ÖGB-Vizepräsidentin. Sie pocht auch auf spürbare Sanktionen in Form von Geldstrafen für Betriebe, die sich nicht an das Gesetz halten und keine Einkommensberichte erstellen. "Wir werden wieder Gespräche mit den Sozialpartnern führen", niemand habe Interesse daran, "schwarze Schafe" zu schützen, so Oberhauser.

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