Martha Schultz.

WKO-Vizepräsidentin Martha Schultz beim Europaen Economic Forum in Rom.

© Maria gurmann

Wirtschaft
10/10/2019

Frau in der Wirtschaft: Österreichische Unternehmerinnen erobern Rom

Eine Delegation von 50 Unternehmerinnen begleiteten "Frau in der Wirtschaft"-Präsidentin Martha Schultz zum European Economic Forum nach Italien.

von Maria Gurmann

"Wir Frauen sind auf der Überholspur", sagt Martha Schultz, Vizepräsidentin der Österreichischen Wirtschaftskammer. Zum dritten Mal organisierte sie als Vorsitzende von "Frau in der Wirtschaft" eine Delegationsreise, bei der  50 heimische Unternehmerinnen in der italienischen Hauptstadt Gespräche mit der Vorsitzenden des italienischen Unternehmerinnenverbands Aida und mit der ersten weiblichen Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Franziska Honsowitz-Freissnig, führen konnten. "Woman only" hieß es auch diesmal wieder.

In den Workshops im Zuge des European Economic Forum 2019 in Rom, bei dem der ehemalige WKO-Boss Christoph Leitl übrigens wieder zum Präsidenten des Eurochambres gewählt wurde, hatten die Frauen die Gelegenheit, sich und ihre Erfolgsgeschichten zu präsentieren, aber auch die Schwierigkeiten, mit denen Unternehmerinnen immer wieder konfrontiert sind, aufzuzeigen.

 Im Fokus der Reise standen Besuche bei Top-Unternehmen aus der Modebranche, Lebensmittelindustrie und auch aus der Start-up-Szene. Mit einem Handelsvolumen von 25,5 Mrd. Euro im Jahr 2018 ist Italien der zweitwichtigste Wirtschaftspartner Österreichs.

„Tausende österreichische Unternehmen punkten in Italien mit innovativen Angeboten und sind etwa in der boomenden Tourismusszene mit spannenden Projekten erfolgreich“, unterstrich die Wirtschaftsdelegierte für Italien, Gudrun Hager. „Umgekehrt zählten österreichische Tourismusbetriebe 2018 über eine Mio. Gäste aus Italien.“

Die 120.000 Unternehmerinnen seien eine treibende Kraft in Österreichs Wirtschaft, meinte Martha Schultz, die mit ihrem Bruder Heinz die Schultz-Gruppe (Skilifte und Hotelerie im Zillertal und in Osttirol) leitet. Erfreulich sei der steigende Frauenanteil in Top-Postionen.  "Aber Frauen müssen vor allem in Führungspositionen, trotz fachlicher Qualifikation und profunden Know-hows, nach wie vor oft zurückstecken."

Der Hauptgrund für viele Probleme liegt in der Vereinbarkeit von Job und Familie. Um den vorprogrammierten Karriereknick zu vermeiden und verkrustete Rollenbilder aufzubrechen, brauche es nicht nur gesellschaftliches Umdenken, sondern auch politische Weichenstellungen. Etwa den raschen, flächendeckenden Ausbau hochwertiger Kinderbetreuung und  bessere Digitalisierungsausbildung für Mädchen.

Höhepunkt der Marktsondierungsreise nach Italien war für viele der Unternehmerinnen die Generalaudienz beim Papst Franziskus auf dem Petersplatz.