A 'dayli' drugstore logo is seen in the western Austrian village of Thaur July 5, 2013. According to Austrian newspapers, 'dayli' filed for bankruptcy on Thursday after they declared to have 56 million euro in debt, putting at risk some 3500 jobs. REUTERS/Dominic Ebenbichler (AUSTRIA - Tags: BUSINESS EMPLOYMENT)

© Reuters/DOMINIC EBENBICHLER

Franchise
07/05/2013

Mitarbeiter sollen dayli retten

dayli will auf ein Franchise-System umstellen. Franchisenehmer sollen die Mitarbeiterinnen werden. Der Masseverwalter ist skeptisch.

von Josef Siffert

Der Job geht für die Mitarbeiter weiter, für alle." Trotz Sanierungsverfahren, leerer Regale und Schulden gegenüber Lieferanten sieht dayli-Chef Rudolf Haberleitner noch nicht das Ende für den Nahversorger gekommen – im Gegenteil. In der ZIB2 gab der frühere Eigentümer – kurz vor dem Sanierungsverfahren übergab Haberleitner all seine Anteile an die Mödlinger ICU Unternehmensberatung GmbH von Martin Zieger ab - bekannt, die Zahl der Filialen von derzeit 783 auf 1.300 erhöhen zu wollen (siehe unten).

Das Fortführungskonzept sieht vor, dayli auf ein Franchisesystem umzustellen. Franchisenehmer sollen dabei die Mitarbeiterinnen werden. Sie könnten die bestehenden, aber auch die bereits geschlossenen Filialen als selbstständige Einheit führen, müssten im Gegenzug ihre Standorte nach dem neuen dayli-Konzept auslegen, fünf Prozent des Umsatzes Lizenzgebühr an dayli abliefern und die Ware mit einem Aufschlag von zehn Prozent bei dayli beziehen, heißt es in dem Antrag laut "Salzburger Nachrichten". Wie Handelsbeschäftigte mit einem geringen Einkommen zu Selbstständigen werden sollen, ist fraglich.

Masseverwalter: "Kurzfristig ist das nichts"

Masseverwalter Rudolf Mitterlehner ist bezüglich dieser Franchise-Idee für die Anfangsphase skeptisch, wie er der APA am Freitag sagte. "Das ist ein Konzept, das weiterentwickelt werden müsste. Franchising ist ja höchst kompliziert. Kurzfristig ist das nichts. Im Moment habe ich aber ganz andere Sorgen. Es muss geklärt werden, ob das Unternehmen als Ganzes fortgeführt werden kann oder ob Filialen geschlossen werden müssen, um den Rest fortführen zu können."

Schon nächste Woche will Mitterlehner bekanntgeben, ob das Unternehmen fortgeführt werden kann und in welcher Struktur. Seit dem Insolvenzantrag am Donnerstag beschäftigen sich gleich fünf Masseverwalter mit dem Fall. "Wir sind gerade dabei, uns einen Überblick zu verschaffen. Wir müssen das Unternehmen auch erst kennenlernen", räumte Mitterlehner ein.

Investoren gefunden?

Fragen zum neuen Eigentümer Martin Zieger kann Mitterlehner nicht beantworten. Zieger trete als Investor auf bzw. als jemand, der Investoren suche, so Mitterlehner. Ob Zieger selbst investiere oder über Dritte oder ob er nur vermittelnd auftrete, wisse er noch nicht. Wie viel ein Investor einbringen muss, werde erst berechnet. Den Bedarf von 30 Mio. Euro, der kolportiert wird, bestätigte Mitterlehner nicht. Es gebe aber bereits Interessenten für einen Einstieg bei dayli. "Uns wurden welche präsentiert und es gab auch schon Bekundungen per Mail", sagte der Masseverwalter. Namen nannte er freilich nicht.

Neben der Frage, ob das Unternehmen fortzuführen ist, liege ein Fokus bei den mehr als 3.400 betroffenen Mitarbeitern. Insolvenzverwalter Erhard Hackl, bekannt als Sprecher bei der Quelle-Pleite, wurde eigens für die Beschäftigten abgestellt. "Gegenüber den Vermietern haben die Mitarbeiter den Vorteil, dass ihre Forderungen durch den Insolvenzentgeltfonds gesichert werden", sagte Mitterlehner. Daraus werden die Juni-Gehälter sowie das Urlaubsgeld bedient. Allerdings kann die Auszahlung noch mehrere Wochen dauern. "Verschärfend kommt hinzu, dass die Alpine-Pleite quasi gleichzeitig ist." Auch bei dem Baukonzern warten tausende Beschäftigte auf ihr Geld.

Wie die Warenversorgung künftig sichergestellt werden soll, sei ebenfalls noch zu prüfen, meinte Mitterlehner. Die Lieferanten seien angesichts der Turbulenzen "zurecht vorsichtig". dayli schuldet seinen Lieferanten etwa 18 Mio. Euro. Ihnen wird eine Quote von 25 Prozent angeboten, wobei hier noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. "Ob die Quote hält, ist zu prüfen", so Mitterlehner. Nichtsdestotrotz sei die Situation für die Lieferanten jetzt im Sanierungsverfahren besser als davor.

Haberleitner will mehr Filialen

Seit Donnerstag steht die Drogeriekette dayli in einem Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Masseverwalter Rudolf Mitterlehner kontrolliert nun die Firma. Das hält aber den ehemaligen Eigentümer und nunmehrigen Geschäftsführer Rudolf Haberleitner nicht davon ab, schon kräftige Expansionspläne in der Öffentlichkeit zu schmieden. Er will bis zum Jahr 2016 die Zahl der Filialen von derzeit 783 auf 1.300 erhöhen, sagte er in der ZIB2. Und er hielt fest: "Der Job geht für die Mitarbeiter weiter, für alle."

Obwohl in den Läden Ware fehlt, die Gläubiger auf einen Großteil ihres Geldes verzichten müssen und die Mitarbeiter auf ihr Junigehalt und ihr Urlaubsgeld warten, ist Haberleitner voller Tatendrang: "Die Suche nach Investoren geht voll weiter." Er hofft auf Mittel von privaten Geldgebern, von den Banken werde es - wie schon bisher - kein Geld geben. Aufhorchen ließ er mit der Aussage "wir hätten die Gehälter bezahlen können, auch den 13.". Auf die Frage warum er es dann nicht getan hat meinte Haberleitner, seine Anwälte hätten ihm abgeraten weil ihn sonst Gläubiger wegen Bevorzugung klagen hätten können. Die noch ausständigen Entgelte, Urlaubsabfindungen und die Kündigungsentschädigungen werden vom Insolvenzentgeltfonds übernommen.

Mit Gesamtpassiva von 56,37 Mio. Euro ist dayli die zweitgrößte Insolvenz heuer nach dem Baukonzern Alpine. Abgesehen von 3.468 Beschäftigten (414 davon im Kündigungsstadium) sind von der Pleite rund 950 Vermieter und 1.340 weitere Gläubiger betroffen. Für die betroffenen Beschäftigten hat das Arbeitsmarktservice (AMS) eine Hotline (0800 206 447) eingerichtet, die ab Freitag, 7.30 Uhr erreichbar ist.

Zieger neuer Eigentümer

Kurz bevor das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung angemeldet wurde, gab Haberleitner all seine Anteile an die Mödlinger ICU Unternehmensberatung GmbH von Martin Zieger ab. Unter dem neuen Eigentümer soll die Drogeriekette fortgeführt werden, so zumindest der Plan. Obwohl Zieger als Kenner der Handelsbranche gilt, dem Weggefährten Rosen streuen, bleiben Warenkreditversicherer skeptisch. Prisma-Risikochefin Marina Machan-Kaiser hält das Budget von dayli für "sehr fragwürdig". Man sei aber offen für Gespräche mit dem neuen dayli-Eigentümer. Laut Haberleitner will Zieger Investoren an Bord holen. Auf Bankkredite braucht die Firma zumindest nicht hoffen.

Dem Vernehmens nach soll dayli-Chef Haberleitner seine Anteile für einen symbolischen Euro an Zieger abgegeben haben. Haberleitner bestätigte das freilich nicht, sondern sagte dazu lediglich: "Über Preise spricht man nicht." Wie viel Geld Ziegers ICU in das Unternehmen steckt, ist noch nicht klar. Konzernkenner sprachen zuletzt von einem Bedarf von 30 Mio. Euro. Haberleitner räumte ein, dass etwa 20 Mio. Euro nötig sind, um die Regale auffüllen zu können. Nachdem dayli seine rund 700 Lieferanten um einen Zahlungsaufschub bat, erfolgten keine Lieferungen mehr. Mit den immer leerer werdenden Regalen blieben auch die Kunden und somit Umsätze aus.

Diebstahl

Eine neue Version gab es in der ZIB2 zu dem ominösen Diebstahl von einer Million Euro, die Haberleitner einem Investor als Vorauszahlung mitgebracht haben soll, damit dieser 20 Mio. Euro investiert. Allerdings soll der "Investor" mit dem Geldkoffer verschwunden sein. So zumindest war es bisher medial zu lesen - Haberleitner selbst gab sich dazu verschlossen. In der ZIB meinte er, es habe keinen Geldkoffer gegeben. Vielmehr sei es zu einem Betrug gekommen. Mehr dürfe er dazu nicht sagen, das habe ihm der Chefermittler gesagt. Trotz Nachfrage wollte Haberleitner nicht verraten, ob das verlustig gewordene Geld sein Privates oder jenes von daily war.

dayli: Anzeige gegen Haberleitner

Rudolf Haberleitner beschäftigt nach der Pleite seiner Schlecker-Nachfolgegesellschaft dayli nicht nur Masseverwalter. Diese Woche hat der Wiener Rechtsanwalt Helmut Krenn eine Anzeige gegen Haberleitner bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht. Diese liegt dem KURIER vor. Darin heißt es, Haberleitner habe den Wiener Friedrich W. dazu bewogen, ihm seine „gesamten Ersparnisse anzuvertrauen“.

100.000 Euro

Genau genommen beteiligte sich W. demnach im Mai 2005 mit 70.000 Euro an Haberleitners MCS Fashion Gmbh mit Sitz im 1. Wiener Gemeindebezirk. Dazu kam ein Darlehen in Höhe von 30.000 Euro. Für die Einlage versprach Haberleitner laut Anzeige eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 5,5 Prozent des Jahresgewinns, für das Darlehen eine Verzinsung von drei Prozent. Der Anzeige zufolge leistete Haberleitner jedoch keine Zahlungen. Er „verstand es, mich immer wieder hinzuhalten“, fühlt sich W. um sein Geld betrogen. Schließlich riss dem Wiener der Geduldsfaden. Er klagte, bekam Recht und trotzdem kein Geld.

Stattdessen wurde ihm vom Anwalt der MCS Fashion GmbH Franz Guggenberger (auch Aufsichtsratschef bei der Schlecker-Nachfolgegesellschaft dayli) erklärt, dass die MCS zahlungsunfähig sein. „Jedenfalls ergibt sich aus den vorgelegten Bilanzen der MCS Fashion GmbH, dass diese Firma in den Jahren (jedenfalls ab Abschluss des Vertrages 2005) 2004 bis 2010 Bilanzverluste schrieb, was dem Anzeiger damals nicht bekannt war bzw. dem Anzeiger vom Angezeigten verheimlicht wurde, um diesen dazu zu bewegen, die stille Einlage zu gewähren und das Darlehen zuzuzählen“, heißt es in der Anzeige. Haberleitner war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Laut Firmenbuch vertritt Haberleitner die MCS Fashion GmbH seit dem Jahr 1996 selbstständig. Zuvor lief die Firma auf den Namen MCS Unternehmensbeteiligungen GmbH und AMAF (Asphaltmischanlage Fladnitztal GmbH).

Konzeptlosigkeitauf allen Ebenen

Als größten Nahversorger Europas hat er sich schon gesehen. Tatsächlich hat dayli-Chef Rudolf Haberleitner einen enormen Bauchfleck hingelegt. Gestern musste dayli Insolvenz anmelden. Das Bauchladen-Konzept, vom Packerl Milch über Elektrogeräte bis zum Shampoo alles ins Regal zu quetschen und zugleich auch noch Bistro und Postpartner zu spielen, konnte nicht aufgehen. Da kann sich Herr Haberleitner auch nicht auf die Gewerkschaft ausreden, die Sturm gegen seine Sonntagsöffnung gelaufen ist.

Mitschuld an der neuen Pleite ist allerdings auch, dass Nahversorger in Österreich praktisch chancenlos sind. Wohl werden mit öffentlichen Mitteln Stadtkerne saniert und herausgeputzt. Auf den täglichen Bedarf hat die Politik dabei allerdings praktisch vergessen. Neue Shopping-Flächen entstanden auf der Grünen Wiese an den Stadträndern. Dort quartieren sich naturgemäß großflächige Supermärkte ein, die mit ihren Aktionen den Greißlern keine Chance lassen. Ergebnis dieser Entwicklung: Drei große Player dominieren mit Übermacht den Markt, kleine Nahversorger sterben aus. Damit ist es zur Regel geworden, für den täglichen Einkauf ins Auto steigen zu müssen. Mit sämtlichen Konsequenzen, etwa die Belastung durch den Verkehr.

Ein nachhaltiges Polit-Konzept für eine sinnvolle Raumordnung und Städteplanung schaut wahrlich anders aus. Wer denkt an die alternde Bevölkerung? Und wer an die Familien mit Kleinkindern? Es braucht dringend neue Pläne für Österreichs Stadtkerne. Dann hätten Schlecker-Nachfolger vielleicht doch eine Überlebenschance. Zudem: Die Bevölkerung müsste nicht die Stadtkerne verlassen. Die Zersiedelung hat Österreich erst unlängst OECD-Kritik eingebracht.

Von Schlecker zu dayli

Knapp ein Jahr hat das Gastspiel des davor fast unbekannten Investors Rudolf Haberleitner bei der Drogeriekette dayli angedauert. Seine Ankündigungen waren stets groß, doch schon von Beginn an wurden die Pläne des 68-Jährigen von vielen in Zweifel gezogen. Haberleitner wollte aus dem früheren Drogerieriesen Schlecker mit ramponiertem Image einen Nahversorger bauen, ein Bauchladen-Geschäft, das vom Autoservice bis zur Zahnbürste alles anbietet. Gescheitert sind daran schon andere, Sonntagsöffnung hin oder her.

31. Juli 2012- Nach dem endgültigen Aus von Schlecker in Deutschland übernimmt Rudolf Haberleitner über die Restrukturierungsgesellschaft TAP 09 (TAP steht für Turnaround Platform) 1.350 Schlecker-Standorte in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg. Allein in Österreich können mehr als 3.000 Beschäftigte aufatmen, wenngleich die österreichische Schlecker-Tochter selbst von der Insolvenz nicht betroffen war. Die neuen Eigentümer geben der Drogeriekette den Namen daily. Aus markenrechtlichen Gründen wird der Name kurz später in dayli umbenannt, was dem neuen Investor viel Spott einbringt.

15. August 2012 - Haberleitner holt sich den langjährigen dm-Manager Peter Krammer als operativen Vorstand an Bord. Er selbst fungiert als Vorstandsvorsitzender (CEO). Erst im Mai 2013 ist das dayli-Management mit dem Einzug von Hanno Rieger, ehemaliger Österreich-Chef bei Lidl, als CMO ("Chief Marketing Officer") und Andreas Bachleitner, zuletzt Adeg-Vorstand, als Finanzvorstand (CFO) komplett.

23. November 2012 - Völlig überraschend steigt der Glücksspielkonzern Novomatic zu 50 Prozent als Finanzinvestor bei dayli ein. In der Glücksspielbranche wird der Einstieg als kluger Schachzug gewertet. Der niederösterreichische Konzern könnte sich so langfristig Standorte für Glücksspielsalons sichern, im Falle, dass dayli-Filialen zusperren, könnte Novomatic als Eigentümer laufende Mietverträge des Einzelhändlers übernehmen, wurde damals spekuliert. Später wird bekannt, dass Novomatic für seinen Anteil 1 Euro sowie ein Darlehen von 10 Mio. Euro gezahlt hat.

30. Dezember 2012 - Haberleitner kündigt an, rund 600 ehemalige Schlecker-Filialen in Deutschland reaktivieren zu wollen. Bereits im Frühjahr sollen die ersten Filialen öffnen. Der Deutschland-Start muss wegen fehlender Finanzmittel mehrmals verschoben werden. Wegen fehlender Unterstützung in Österreich stellt Haberleitner die Übersiedelung des Firmensitzes nach Deutschland in den Raum und droht mit dem kompletten Rückzug aus Österreich. Bis dato wurde noch kein einziger dayli-Standort in Deutschland eröffnet.

17. Jänner 2013 - dayli macht in Pöggstall (NÖ) und Linz-Ebelsberg die ersten Filialen mit dem neuen Nahversorgerkonzept auf. In den Regalen findet sich ein Sammelsurium aus frischem Obst und Gemüse, Mehl, Soja-Desserts, Fertiggerichten, Kochlöffel, Pfannen, Aktenordner, Kosmetik- und Hygieneartikeln, Zigaretten, Zeitschriften, Kleidung usw. Haberleitner stellt auch Dienstleistungen vom Einkaufskorb heimtragen, Fotodrucken, Scannen und Faxen bis zu Beratungen im Versicherungsbereich und Leihwägen in Aussicht. In den neuen Filialen gelten auch neue Öffnungszeiten, am Sonntag von 9.00 bis 18.00 Uhr und unter der Woche je nach Standort von 7.00 bis 20.00 Uhr. Die gesetzliche Grundlage dafür sieht das Unternehmen in einer Gastronomiekonzession geschaffen, zumal jeder Standort über ein Bistro verfügen soll. Das ist der Beginn eines monatelangen Streits um die Sonntagsöffnung.

9. April 2013 - Auf der ersten Pressekonferenz seit der Übernahme kündigt das dayli-Management an, in Österreich in allen damals 885 Filialen Sonntags aufsperren zu wollen und legt sich damit mit Gewerkschaft, Kirche und Politik an. Außerdem räumt Haberleitner einen Finanzbedarf von 114 Mio. Euro allein für 2013 für den Umbau bestehender Filialen sowie für Neueröffnungen ein.

25. April 2013 - Miteigentümer Novomatic schaltet sich in den Streit um die Sonntagsöffnung ein und pfeift dayli zurück. Bis die Rechtslage eindeutig geklärt ist, lasse dayli seine Geschäft am Sonntag zu, so Novomatic damals.

26. April 2013- Eine Gesetzesänderung vereitelt die Pläne zur Sonntagsöffnung. Nach Anzeigen und Klagen wegen unlauteren Wettbewerbs schiebt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) allem einen Riegel vor und ändert die Gewerbeordnung dahingehend, dass der sonntägliche Warenverkauf mit Gastgewerbekonzession künftig nur dann erlaubt ist, wenn der Charakter des Betriebes als Gastgewerbe auch tatsächlich gegeben ist. Es reiche also nicht aus, als Drogeriemarkt "einen Getränkeautomat aufzustellen und Leberkassemmeln zu verkaufen", argumentiert Gewerkschafter Wolfgang Katzian (SPÖ).

18. Mai 2013 - dayli hat Finanzierungsprobleme und ersucht deshalb seine Lieferanten um einen Zahlungsaufschub.

22. Mai 2013 - Novomatic gibt in der Nacht bekannt, aus seiner Beteiligung an dayli wieder auszusteigen und seinen Hälfteanteil an den Firmengründer Rudolf Haberleitner zurückzugeben. Der Glücksspielkonzern stellt das gewährte Darlehen in der Höhe von 10 Mio. Euro nicht sofort fällig und bleibt damit als "Finanzinvestor" an Bord.

23. Mai 2013 - dayli-Vorstand Peter Krammer kündigt an, in den nächsten Tagen bis Wochen einen neuen Investor präsentieren zu wollen.

27. Mai 2013 - Kreditschützer äußern ernsthafte Bedenken über die Geschäftsentwicklung und werten die Bitte um Zahlungsaufschub als "Eingeständnis drohender Insolvenz".

29. Mai 2013 - dayli meldet 560 Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice (AMS) an und gibt bekannt, rund 180 der 885 Filialen in Österreich zu schließen. Außerdem wird das Aus für das Verteilerzentrum Gröbming in der Obersteiermark mit 68 Mitarbeitern vermeldet.

20. Juni 2013 - Die Drogeriemarktkette baut 336 Mitarbeiter ab und gibt bekannt, 103 Filialen zu schließen.

28. Juni 2013 - Bei dayli spitzt sich die Lage weiter zu. Ende des Monats sind Gehälter sowie Urlaubsgeld für rund 3.000 Mitarbeiter in Österreich fällig. Zusätzlich müssen gestundete Lieferantenverbindlichkeiten bedient werden.

30. Juni 2013 - Für den Firmeneigentümer wird "die Zeit extrem knapp". Es soll noch "laufende Gespräche" mit Investoren geben. Erneute Kritik übt Haberleitner an den heimischen Banken, die ihm keinen Kredit gewähren wollten.

01. Juli 2013 - Die Juni-Gehälter und Urlaubsgelder werden nicht fristgerecht ausbezahlt. dayli-Lieferanten drohen damit, den Insolvenzantrag zu stellen. Firmenchef Haberleitner wird in Italien von vermeintlichen Geschäftspartnern um eine Million Euro geprellt. Im Raum steht auch ein Verdacht auf Geldwäsche. Haberleitner könnte deswegen von der Wiener Polizei im Auftrag der italienischen Behörden befragt werden.

3. Juli 2013 - Dem Kreditschutzverband 1870 wird das Hin und Her um die Drogeriekette zu viel. Der Konkursantrag wird vorbereitet.

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