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Forschung und Entwicklung
10/29/2014

China wird zum Innovationstreiber

Europäische Unternehmen bremsen, chinesische Konzerne auf der Überholspur.

von Anita Staudacher

Vorbei die Zeiten, in denen Technologie teuer aus dem Ausland importiert werden musste: Seit China beschlossen hat, zur größten Forschungsnation der Welt aufzusteigen, werden Billionen in die Innovationskraft des Wirtschaftssystems gepumpt. Der Erfolg dieser nationalen Innovationsstrategie lässt sich an internationalen Rankings ablesen. So hat sich der F&E-Einsatz chinesischer Top-Konzerne binnen zehn Jahren von 1,2 Mrd. US-Dollar auf 30 Mrd. Dollar verfünfundzwanzigfacht, geht aus der Studie "Global Innovation 1000" des internationalen Beratungsunternehmens Strategy& (vormals Booz & Company) hervor.

Die Studie misst die Veränderungen der F&E-Budgets der 1000 forschungsstärksten Unternehmen der Welt. Im Vorjahr sind diese insgesamt nur um 1,4 Prozent auf 647 Mrd. Dollar gewachsen. Während die Forschungsausgaben in Europa und Nordamerika um weniger als vier Prozent wuchsen und in Japan um 14 Prozent sanken, legten sie in China um fast 46 Prozent zu. Die Zahl der chinesischen Firmen unter den Top 1000 wuchs binnen zehn Jahren von acht auf 114. "Die Reife der chinesischen Wirtschaft hat massiv aufgeholt, diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzten", analysiert Klaus Hölbling von Strategy&. In einigen Branchen zählen chinesische Konzerne inzwischen zu den Innovationstreibern – etwa Huawei oder ZTE in der Mobilfunktechnologie. ZTE liegt im Ranking auf Platz 117, der Ölkonzern PetroChina schaffte es sogar auf Rang 62.

Für künftige Innovationen wird vorgesorgt. Inzwischen arbeiten mehr als 1,5 Millionen Forscher in China, 750 Universitäten bilden Studenten aus. Zusätzlich profitiert das Land von Tausenden Chinesen, die im Ausland studieren – etwa 200 davon derzeit in Österreich – und ihr Know-how zurück in die Heimat bringen. Der Staat hat allein in den vergangenen fünf Jahren die F&E-Ausgaben von 74 auf 153 Mrd. Euro mehr als verdoppelt, die F&E-Quote am Bruttoinlandsprodukt soll mit 2,5 Prozent bald westliches Niveau erreichen.

Phänomen Apple

Aber Geld ist nicht alles. "Unternehmen in Europa und USA geben auch weniger für F&E aus, weil sie immer effizienter forschen", sagt Hölbling. Als Beispiel nennt er Apple, das bei Führungskräften klar als innovativstes Unternehmen gilt, aber bei den Forschungsausgaben weit hinten liegt. Das weltweit meiste Geld für F&E gibt Volkswagen aus, nur um Haaresbreite gefolgt vom koreanischen IT-Konzern Samsung und Intel (siehe Grafik). Unter den Top 1000 befinden sich 45 deutsche Unternehmen.

Österreich konnte sich insofern verbessern, als erstmals vier Unternehmen in den Top 1000 sind. Neben voestalpine (560), Andritz (747) und Zumtobel (900) landete der steirische Chiphersteller ams auf Rang 933. Die vier börsenotierten Forschungskaiser aus Österreich investierten 2013 um 13,6 Prozent mehr als zuletzt. Damit hoben sie sich vom internationalen Trend ab.

Mobile Zukunft

Also, wenn das keine gute Nachricht ist! Die deutsche Autoindustrie (VW) steht an der Spitze der forschungsintensiven Unternehmen. Kommt jetzt das Drei-Liter-Auto? Und dürfen wir hoffen, dass die Motorindustrie mit der Entwicklung des Handys gleichzieht und nicht mehr aberwitzige Preise für antiquierte Navigationssysteme verlangt? Kriegen Autofahrer dann eine Handyhalterung serienweise? Nun ja, wahrscheinlich erst, wenn der Kunde dafür nicht mehr extra zahlen will, also nie.

Aber sehen wir es wirklich positiv: Die Motorindustrie will nicht mehr nur simple Autos verkaufen, sondern die Mobilität in "Smart Citys" revolutionieren. Forschung zahlt sich aus. Leider können sich das immer weniger Firmen leisten. Für Europas Wirtschaft hätte es dramatische Folgen, überließe man dieses Feld den USA und China. Die "Musik" in Form höherer Innovationskraft spielt ohnehin längst dort.

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