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Wirtschaft
04/09/2020

Flughafen Wien: Bangen um Hauptkunden AUA

Vor der Krise flogen 43 Prozent der in Wien abgefertigten Passagiere mit der AUA.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Am Flughafen Wien (6.800 Mitarbeiter) beobachtet man mit Argus-Augen die Rettungsmaßnahmen für die Austrian Airlines, den mit Abstand wichtigsten Kunden. 43 Prozent der in Wien abgefertigten Passagiere flogen vor der Krise mit der AUA.

„Die AUA ist für den gesamten Wirtschaftsstandort Österreich wichtig. Sie ist ein Netzwerk-Carrier, der vor allem Ost- und Südosteuropa mit Wien verbindet und von Wien aus alle Zentren der Welt“, sagt Flughafen-Vorstand Günther Ofner zum KURIER. „Ohne einen solchen Netzwerk-Carrier wäre ein Teil der Langstrecke gefährdet. Das würde die Verbindungsqualität für viele Wirtschaftsbetriebe verschlechtern.“ Es sei daher sehr wichtig, fügt Ofner hinzu, „dass die AUA die nicht selbst verschuldete Krise gut übersteht und das Drehkreuz Wien weiterbetreiben kann“.

Generell meint der Flughafen-Chef, dass sich die Luftfahrtbranche auf eine längere Durststrecke einstellen muss. „Die Hoffnung ist, dass es bald ein Medikament oder eine Impfung gegen den Virus gibt. Bis dahin wird der internationale Flugverkehr beeinträchtigt bleiben“, sagt Ofner. „Unsere Mitarbeiter sind alle in Kurzarbeit, wir haben niemanden gekündigt. Ich rechne aber nicht mit einer Normalisierung vor einem halben Jahr.“ Sollte sich die Lage nach sechs Monaten noch nicht verbessert haben, wird der Flughafen um weitere Kurzarbeit ansuchen. „Wir haben ein Sparprogramm in Aussicht und wir verschieben viele Investitionen nach hinten“, sagt Ofner. „Ich glaube aber nicht, dass die Corona-Krise für die dritte Piste dramatische Auswirkungen haben wird, weil wir mit dem Projekt nicht vor 2024 beginnen würden.“

Peter Malanik, Präsident des Österreichischen Luftfahrtverbandes, glaubt, dass die AUA zwar verkleinert wird, aber auch künftig Wien als Drehkreuz nutzen wird. Malanik: „Die Luftfahrt wird wieder wachsen, aber es wird länger dauern als nach früheren Krisen.“

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