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Wirtschaft
10/17/2019

Finanzminister will bei IWF-Jahrestagung für Standort werben

Eduard Müller vertritt neben ÖNB-Gouverneur Holzmann Österreich bei der Tagung in Washington.

Im Schatten der jüngst gesenkten Weltkonjunkturprognose startet heute, Donnerstag, die Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington mit einer Pressekonferenz der neuen IWF-Chefin Kristalina Georgiewa. Sie hat erst Anfang Oktober die Leitung des Währungsfonds von Christine Lagarde übernommen, die wiederum Mario Draghi mit November als EZB-Chefin ablösen wird.

Bei der Tagung debattieren politische und geldpolitische Vertreter aus aller Welt über Entwicklungspolitik, internationale Handelskonflikte, Klimawandel und die internationale Finanzstabilität. Auch der Brexit und die Risiken eines ungeordneten Ausstiegs Großbritanniens aus der EU werden ein Thema sein.

Werbung für Finanzstandort Österreich

Österreich ist mit Notenbank-Gouverneur Robert Holzmann und Finanzminister Eduard Müller vertreten. Zweiterer will bei der Tagung vor allem für Österreich als Finanzstandort werben. "Mir ist es ein zentrales Anliegen Österreich auf dem internationalen Parkett als starken Finanzstandort zu vertreten. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten müssen wir zeigen, dass wir ein verlässlicher Partner für die Wirtschafts- und Finanzbranche sind", sagte Müller im Vorfeld.

Erst am Dienstag hatte der IWF seine Prognose für das Weltwirtschaftswachstum gesenkt. Wegen der andauernden Handelskonflikte, unter anderem zwischen den USA und China, rechnet der IWF für das Jahr 2019 nur noch mit einem Wachstum von 3 Prozent. Im Juli hatte der IWF noch ein Wachstum von 3,2 Prozent vorausgesagt. Damit senkte der Fonds seine Prognose zum vierten Mal in Folge. Das wäre das niedrigste Wachstum seit der globalen Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009.

Auch für das kommende Jahr revidierte die Finanzorganisation ihre Schätzung nach unten. Für 2020 erwartet sie nun ein Wachstum von 3,4 Prozent, statt der bisher vorhergesagten 3,5 Prozent. Für Österreich haben sich die Aussichten ebenfalls eingetrübt. Die Schätzung für 2019 wurde vom IWF von 2,0 Prozent BIP-Anstieg auf 1,6 Prozent gesenkt. Für 2020 werden dagegen unverändert 1,7 Prozent Wachstum erwartet.

"Auch wenn die Prognosen für Österreich nur leicht gesenkt wurden, so werden wir dennoch die Auswirkungen der getrübten Konjunktur in Form von weniger Steuereinnahmen spüren", so Müller. Aus dem Finanzministerium kam unlängst eine unerwartet pessimistische Budgetprognose. Während die heimischen Wirtschaftsforscher auch 2020 mit Überschüssen rechnen, erwartet der Finanzminister die Rückkehr in die roten Zahlen. Laut Budgetplan wird mit einem gesamtstaatlichen Defizit von 0,1 Prozent des BIP gerechnet. Der Schuldenstand soll 2020 dennoch auf 67,5 Prozent sinken und damit erstmals seit der Finanzkrise wieder unter 70 Prozent des BIP liegen.

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