Wirtschaft 05.12.2011

Feiertagszuschlag nur für Christen?

© Bild: KURIER/Boroviczeny

Mit einer fragwürdigen Idee wartet die steirische Wirtschaftskammer auf: Feiertage abhängig vom religiösen Bekenntnis zu entgelten.

Wenn jemand sein religiöses Bekenntnis ablegt, dann soll er auch das Anrecht auf Feiertagszuschläge verlieren."Der steirische Wirtschaftskämmerer Hermann Talowski hat die Idee geboren, wonach nur mehr Christen Zuschläge für Arbeit an christlichen Feiertagen erhalten sollten. Dies sollte über einen Passus in den Kollektivverträgen festgelegt werden.

Die Gewerkschaft zeigt sich über den "Lohnkürzungs-Vorstoß" von Talowski, Obmann der Sparte Handwerk und Gewerbe, empört: "Das kann wohl nur mit der sommerlichen Hitzewelle erklärt werden. Feiertage gelten für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Eine Abschaffung des Feiertagszuschlags für aus der Kirche Ausgetretene kommt nicht in Frage", sagte Rainer Wimmer, Bundesvorsitzender der Produktionsgewerkschaft. Einige Wirtschaftsvertreter würden sogar "wenn der Wirtschaftsmotor brummt" den Menschen Lohn wegnehmen wollen.

Hürden

Grundsätzliches Verständnis für Talowski gibt es in der Wirtschaftskammer Österreich, weil der Lohndruck für arbeitsintensive Branchen und Kleinbetriebe schon so groß sei und weil an Feiertagen manche Kollektivverträge "überschießende Zuschläge" vorsähen. Der Vorschlag stoße aber wohl auf politische und rechtliche Hürden.

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Erstellt am 05.12.2011