Thueringen/ Eine Kosmetikerin klebt am Sonntag (02.09.12) bei der Messe "Faszination Haar + Kosmetik" in Erfurt einem Model falsche Wimpern an. Zur Messe werden am Sonntag nach Veranstalterangaben rund 4.000 Fachbesucher erwartet. Zum dritten Mal trifft sich die mitteldeutsche Friseur- und Kosmetikbranche in Thueringen. (zu dapd-Text) Foto: Jens-Ulrich Koch/dapd

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Wirtschaft
08/24/2021

Fachkraft in Kosmetik-Branche bekommt 1610 brutto als Einstiegsgehalt

Neuer Kollektivvertrag für die Kosmetik-Branche fixiert, erster KV seit 1992, Vordienstzeiten werden angerechnet

Für die Mitarbeiter im Gewerbe der Fußpflege, Kosmetik und Massage gibt es ab Oktober einen neuen Kollektivvertrag (KV). Dieser bringt einige Änderungen mit sich. Ein Vergleich mit den davor herrschenden Konditionen ist allerdings schwierig, denn es ist der erste KV-Abschluss seit 1992, wie ein vida-Sprecher der APA mitteilte. Zudem ist es der erste bundesweite Kollektivvertrag in der Branche, geht aus der Aussendung der Gewerkschaft und der Wirtschaftskammer (WKÖ) hervor.

Davor habe es in der Branche für die einzelnen Bundesländer die Empfehlung gegeben, die Angestellten nach dem KV der Friseure zu entlohnen, so der vida-Sprecher. "Es war eines unserer Ziele, für die Kolleginnen und Kollegen eine bundesweite Einigung zu erzielen. Das ist uns auch gelungen", sagte vida-Gewerkschafterin Christine Heitzinger am Dienstag laut Aussendung.

Der neue KV soll bis 31. Mai 2023 gelten. Für die Zeit ab Juni 2023 hätten sich Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter auf jährliche Lohnerhöhungen geeinigt. In der Branche gibt es rund 4.500 Beschäftigte und Lehrlinge in 2.110 Betrieben in den Bereichen Fußpflege, Massage, Kosmetik, Visagistik, Nagelstudios, Pigmentieren, Tätowieren und Piercen. Der KV soll laut vida für Beschäftigte in Kosmetikstudios gelten, aber auch für Angestellte der Drogeriekette dm, wo es bisher eine Betriebsvereinbarung gegeben habe, die Beschäftigten nach dem KV Friseure zu entlohnen.

Nach der neuen Einigung liegt der Einstiegslohn künftig bei 1.610 Euro brutto für eine Fachkraft. Als Beispiel zum Vergleich: Das Einstiegsgehalt nach Friseur KV in der Steiermark lag laut vida zuletzt bei 1.551 Euro.

Darüber hinaus werden künftig Vordienstzeiten von bis zu fünf Jahren angerechnet. Beschäftigte, die mehr als eine Ausbildung vorweisen können und diese auch ausüben, werden außerdem um 40 Euro brutto mehr Lohn bekommen. "Haben Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel Ausbildungen für Fußpflege und Kosmetik, zahlt sich das finanziell aus - vorausgesetzt sie führen beide Tätigkeiten auch aus", so Heitzinger weiter.

Arbeitszeiten können flexibel vereinbart werden. Zuschläge für Arbeit zwischen 7 und 20 Uhr gibt es nicht. Das sei vor allem für Betriebe in Einkaufszentren wichtig und spiegle die geänderten Kundenerwartungen und Vermietervorgaben wider, so Arbeitgeber-Vertreterin Dagmar Zeibig. Für Normalarbeitsstunden am Sonntag gibt es aber einen Zuschlag in Höhe von 25 Prozent. Kündigungsmöglichkeiten bestehen zu jedem 15. sowie zum Monatsende.

Auch für Lehrlinge, die bisher nach dem KV für Friseure und Friseurinnen entlohnt wurden, gibt es eine neue Regelung. Am Anfang Jänner 2022 bekommen Lehrlinge im ersten Lehrjahr 600 Euro brutto, im zweiten 700 Euro, im dritten 900 Euro und im vierten Lehrjahr 1.000 Euro.

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