Wirtschaft
03.01.2012

Experten: Deutsche sollen bis 69 arbeiten

In der Bundesrepublik gilt seit Jahresbeginn ein Pensionsantrittsalter von 67. Nun wird bereits über die nächste Anhebung laut nachgedacht.

Mit 1.1.2012 ist in Deutschland das Renteneintrittsalter auf 67 erhöht worden - doch das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht: Langfristig müsse die Pension mit 67 in eine Pension mit 69 übergehen, meinen die Wirtschaftsweisen.

"Der Sachverständigenrat geht davon aus, dass die weiter steigende Lebenserwartung etwa ab dem Jahr 2045 ein gesetzliches Renteneintrittsalter von 68 Jahren und im Jahr 2060 von 69 Jahren erforderlich macht", sagte der Chef des Rats, Wolfgang Franz, der Rheinischen Post. Ohne eine weitere Verlängerung der Lebensarbeitszeit seien die Herausforderungen der alternden Gesellschaft finanziell nicht zu meistern, fügte er hinzu.

Jobchancen für Ältere verbessern

Gleichwohl gehe er davon aus, dass sich die Jobchancen für Ältere angesichts des hohen Fachkräftebedarfs in Zukunft "merklich verbessern" werden, sagte der Chef des Sachverständigenrats der Zeitung.

Somit steht bereits die zum Jahreswechsel in Kraft getretene Regelung in der Diskussion. CSU-Chef Horst Seehofer hatte diese am Wochenende infrage gestellt und gesagt, wenn sich die Situation für ältere Arbeitnehmer nicht rasch ändere, werde die Verlängerung der Lebensarbeitszeit zur faktischen Pensionskürzung. Eine massenhafte Pensionskürzung sei mit ihm aber nicht zu machen.

Situation in Österreich

Hierzulande haben beide Regierungsparteien im Zuge des Sparpakets auch das Pensionssystem im Visier: Die ÖVP strebt Einsparungen von rund 1,5 Mrd. Euro durch die Anhebung des tatsächlichen Pensionsantrittsalters (derzeit rund 58 Jahre) um vier Jahre an. Dazu sollen u.a. die Frühpensionsabschläge angehoben werden. Die SPÖ will Frühpensionierungen bei Beamten zurückdrängen. Diskutiert wird auch eine Sonderabgabe für Pensionisten mit besonders hohen Bezügen (etwa Beamte, Nationalbank, Sozialversicherungen und Altpolitiker).

Derzeit ist - verfassungsrechtlich verankert - für Frauen ein Pensionsantritt ab 60 Jahren vorgesehen, von 2024 bis 2033 soll das Alter stufenweise auf die 65 Jahre der Männer angehoben werden.