Badelt reformierte die WU und wird nun Chef des einflussreichen WIFO

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Personalia
02/23/2016

Ex-WU-Rektor Christoph Badelt wird neuer Wifo-Chef

Ein Wirtschaftsforscher mit Blick fürs Soziale löst Karl Aiginger ab.

von Martina Salomon

Eigentlich war Christoph Badelt lange als neuer Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS) im Gespräch. Aber am Dienstag wurde publik, dass der ehemalige Rektor der Wiener Wirtschaftsuniversität nächster Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO und damit Nachfolger von Karl Aiginger wird. Seine Wahl erfolgte einstimmig.

Sie ist dennoch ein wenig überraschend, hielt man das WIFO doch immer eher für „rot“, das IHS aber eher für „schwarz“. Und Badelt gilt als Bürgerlicher, wenn auch als etwas „widerborstig“. Bildungspolitisch trat er zwar für Elitestudenten und Zugangsbeschränkungen ein. Gleichzeitig provozierte er die ÖVP mit klarer Befürwortung der Gesamtschule.

Badelt meint dazu im KURIER-Gespräch: „Ich stehe nicht dafür zur Verfügung, irgendein Institut parteipolitisch zuzuordnen. Ich habe mir immer eine eigene Meinung erlaubt, die nicht ident ist mit irgendeiner Partei.“ Das WIFO habe eine gute Tradition der wissenschaftlichen Analyse. Es gebe großen Bedarf an sachlicher Politikberatung.

Aktionismus für die Uni

Badelt war 13 Jahre (und damit längstdienender) Rektor der Wirtschaftsuniversität, lange war er auch Chef der Rektorenkonferenz. Seine Kämpfe mit diversen Wissenschaftsministern um mehr Geld für die chronisch überlaufene Wirtschaftsuni sind legendär, da konnte er auch durchaus zu Aktionismus neigen. Für die WU ging sein Engagement gut aus: Sie hat mittlerweile den modernsten Campus aller Universitäten. Das architektonische Juwel am Rande des Praters wurde außerdem ohne die üblichen Kostenüberschreitungen und Bauverzögerungen im Herbst 2013 eröffnet.

Frauenförderer

Badelts Forschungsschwerpunkt ist die Sozialpolitik, er setzte sich für Familien und sozial Benachteiligte ein. 1999 wurde er von den österreichischen Bildungsjournalisten dafür zum „Wissenschafter des Jahres“ gewählt. Der Professor war auch immer ein Frauenförderer an der Uni, installierte Vizerektorinnen.

2015 folgte ihm erstmals eine Frau im Rektorat der WU nach: die Informatikerin und Gender-Forscherin Edeltraud Hanappi-Egger. Nach seinem Abgang als Rektor genehmigte sich Badelt zwei Forschungssemester, die er derzeit vor allem in Neuseeland verbringt. Selbst als Wissenschaftsminister konnte man sich den Unerschrockenen gut vorstellen. Mehrmals war er gerüchteweise als überparteilicher Kandidat der ÖVP im Gespräch.

Kurz vor seinem 65. Geburtstag wird Badelt nun Chef des renommierten WIFO. Es hätte für ihn schlechter kommen können – und für das WIFO auch.

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