Wirtschaft
22.11.2013

Eveline Steinberger-Kern verlässt Siemens wieder

Ein Grund für das eher abrupte Ende der Siemens-Karriere ist der Konzernumbau. Ist die 41-Jährige bald wieder selbstständig?

Die Siemens-Chefetage ist nicht nur in der deutschen Konzern-Führung, sondern auch in Österreich bald um eine Frau ärmer. Eveline Steinberger-Kern – seit Anfang 2012 bei Siemens Österreich für das Energiegeschäft in Österreich und im Cluster CEE (Osteuropa) zuständig – wird den Konzern bald wieder verlassen. Derzeit verhandelt die 41-jährige Ehefrau von ÖBB-Boss Christian Kern dem Vernehmen nach mit Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun über die Auflösung ihres Vertrags.

Ein Grund für das eher abrupte Ende der Siemens-Karriere der promovierten Betriebswirtin ist der Umbau des Konzerns nach dem Abgang von Peter Löscher und der Bestellung von Finanzchef Joe Kaeser als neuer Siemens-Boss im heurigen Sommer. Österreich ist zwar ein sogenanntes „Lead-Country“ für insgesamt 18 Märkte in Zentral- und Osteuropa, das bisherige System der Cluster wird aber abgeschafft. Dabei verliert Österreich – wohl nicht ganz zufällig – die Konzernkompetenz für das noch recht attraktive Kraftwerksgeschäft in der Türkei und in Tschechien.

Im Rahmen der Umstrukturierung will Siemens auch Management-Kapazitäten reduzieren. Daher soll in den Lead-Countries eine Management-Ebene eingespart werden. Im Klartext: die Verantwortung für die einzelnen Bereiche sollen die Vorstände direkt übernehmen. Das Energiegeschäft dürfte künftig Siemens-Österreich-Boss Hesoun selbst führen.

Insider nennen noch einen Grund für den Abgang von Steinberger-Kern. Sie soll – wollen Eingeweihte wissen – mit den eher starren Konzern-Strukturen bei Siemens nicht wirklich zurechtgekommen sein. Und wolle sich daher wieder auf ihre – für den Siemens-Job befristet stillgelegte – eigene Firma Green Minds konzentrieren.

Siemens wollte den Abgang von Steinberger-Kern nicht kommentieren. Steinberger-Kern selbst war am Freitag für den KURIER nicht erreichbar.