Wirtschaft
20.02.2018

Europäische Airlines besonders kreativ bei Zusatzgebühren

Gepäck, Reservierungen, Mahlzeiten: Jeder zehnte Umsatz-Euro in Europa aus Zusatzentgelten.

Europas Fluggesellschaften sind einer Studie zufolge besonders kreativ, wenn es darum geht, Fluggäste mit zusätzlichen Angeboten zur Kasse zu bitten. Im vergangenen Jahr erlösten die Airlines des alten Kontinents damit nach Untersuchungen der Beratungsfirma Ideaworks 19,4 Mrd. Dollar (15,63 Mrd. Euro).

Das war der Löwenanteil von weltweit 57 Mrd. Dollar Umsatz mit Zusatzangeboten wie Gepäck, Reservierungen, Mahlzeiten oder bevorzugtes Boarding. Im Jahr 2010 erlösten die Airlines weltweit erst 14 Mrd. Dollar mit den einstmals im Preis enthaltenen Leistungen.

In Europa stammte 2017 nahezu jeder zehnte Umsatz-Euro aus den Zusatzgebühren, was auch an dem hohen Anteil der Billigflieger am Gesamtumsatz des Luftverkehrs liegt. Diese haben das System der Zusatzgebühren so weit getrieben, dass auch die herkömmlichen Airlines aus Wettbewerbsgründen das Konzept ganz oder zumindest in Teilen kopiert haben.

Auf den anderen Kontinenten sind vergleichsweise weniger Billigflieger unterwegs, die ihre Kunden für jede Zusatzleistung zur Kasse bitten. Hier liegen die Umsatzanteile der Zusatzgeschäfte zwischen 5,6 Prozent ( Afrika/Naher Osten) und 7,0 Prozent (USA), wie es in der Ideaworks-Studie im Auftrag des IT-Touristik-Dienstleisters Cartrawler heißt.

Die Experten erwarten, dass sich die Erlöse aus den Zusatzgeschäften auch auf den anderen Märkten dem europäischen Niveau annähern. Der nächste Schritt sind Gebühren für das erste Gepäckstück auf Verbindungen über den Atlantik.